Tagesende SL 07.07.2020 – Dienstag

Fahrrad – sehr kalt morgens. Das mit den richtigen Klamotten habe ich noch nicht so raus.

Dorfausfahrt.

Der Drehgriff der Schaltung ist marode. Den gerissenen Zug hat man repariert, den Griff offenbar nichts ausgetauscht. Ich bestelle heute noch das Ersatzteil.


Erledigte Aufgaben:

  • Arbeit an der Schulhomepage
  • Abgleichgespräch Stellvertreter

    Abgleichgespräch Erweiterte Schulleitung
    Telefonat KM: Personalangelegenheiten
    Nachgeholte Beurteilung angefangen
    Rücklauf Beurteilung an Schulaufsicht weiter geleitet
    (Es stehen noch vier Beurteilungen aus, dann habe ich aufgearbeitet, nein 5)
    Telefonat Schulaufsicht wegen einer Zwischenbeurteilung, die schon im anderen Regierungsbezirk war und wieder zurückkam
    Lehrerinfo zu den Vorrückungsbestimmungen formuliert und versendet
    Eine Urkunde der lebenslangen Verbeamtung überreicht (es werden noch 6 folgen)
    Monatsgespräch mit Personalrat
    Verteilen der Zugänge für diejenigen Kollegen mit Versetzungsanträgen – hier kann man den aktuellen Stand abrufen
    Verteilen von Bestätigungen der Teilzeiten

Morgen muss ich um 5 aufstehen. Eröffnung Abschlussprüfung Physik ist um 6.30 Uhr.

Ich bin jetzt schon müde. Derzeitiges Problem: Einschlafen funktioniert nicht, Aufwachen grundsätzlich eine Stunde vor dem Wecker. Fühle mich nicht gestresst, bin nur müde. Merke, dass sich diese Müdigkeit manchmal aufs Gehirn legt. Muss große Kraft aufwenden, um Gesprächen zu folgen.

Tagesende SL 06.07.2020 – Montag

Fahrrad – Regen. Schuhe blieben trocken.

Im Büro gemerkt, dass die Deocreme ohne blöde Zutaten bis dato sehr gut war. Nun aber mit Radfahren und schwülem Wetter nicht klar kommt. Auf dem Heimweg kurz beim Body Shop vorbei.


Erledigte Aufgaben

  • Eröffnung der Abschlussprüfung Mathematik an der externen Schule
  • Aufsicht Matheabschlussprüfung an externer Schule
  • an eigener Schule:
  • Gespräch Konrektor über Ereignisse am Freitag
  • Absprachen laufende Woche
  • Arbeiten an der Schulhomepage
  • Orga der Anmeldungen in der ersten Ferienwoche fixiert
  • Telefonate KM, Schulaufsicht, verschiedene Personalangelegenheiten

Mantra: Dieses Meme im Internet gefunden. Es gibt offenbar mehrere Ausgaben davon, daher keine eindeutige Quellenangabe.

Auf vielen Ebenen hilfreich.

Tagesende SL 02.07.2020 – Donnerstag

Fahrrad. Morgens recht frisch, in der Stadt schon schwül.


Erledigte Aufgaben: Um 7:45 Uhr das Schulhaus betreten. Um 11.45 Uhr zum ersten Mal an den Schreibtisch gesetzt, um die eigene Todo-Liste abzuarbeiten.

Vorher:

  • Daily: Was war gestern, als ich nicht in der Schule war?
  • Kurze informelle Orga-Gespräche
  • Langes Gespräch mit Vertreter der Jugendsozialarbeit an Schulen und dem Sozialpädagogen (1,5h)
  • Nachgesprochen mit Sozialpädagogen über das Vorgespräch
  • Besprechung iPad Klasse
  • Besprechen von drei akuten Schülerfällen
  • Besprechung, Durchsicht und Unterschrift im Falle der Androhung des Schulzwangs/Erhebung von Bußgeldern
  • Telefonat KM Personalfragen
  • Fertigmachen von Post an KM und LfF
  • Weitere Besprechungen mit innerer SL, u.a. Stornofragen zu abgesagten Fahrten
  • Zeugnisbemerkungen zweier Abschlussklassen gelesen

Nachmittags Freund getroffen zum Tapasessen. Tapas waren mittelmäßig. Im Gespräch nicht herausgefunden, wann wir uns das letzte Mal getroffen haben.

Bzw. Haben wir uns am Dienstag vorher gesehen. Und das war so:

Tagesende SL 01.07.2020 – Mittwoch

Auto. Auch weil gestern wieder die (gefederte) Sattelstütze ein Problem erzeugte. Heute eine feste gekauft. Morgen wieder Rad.

Andere Schule. Aber auch schön.

Erledigte Aufgaben:

  • Eröffnung der Deutschabschlussprüfung in der Schule, die wir als externe betreuen
  • Aufsicht geführt an der Schule, die wir als externe betreuen (nicht an meiner eigenen Schule gewesen)
  • Jetzt grad die Emailliste von heute durchgegangen: 22 Emails, die eine Antwort erfordern, die erste kam um 5:12 heute morgen, die bisher letzte um 19:11 (die letzte habe ich deligiert)
  • zwei Nachrichten über Teams
  • mehrere Nachrichten über Whatsapp oder Threema

Kennen Sie das?

Die Sattelstütze hat einen Fehler. Ich muss ein Teil nachbestellen. Bin zornig, weil neue Sattelstütze (ausgetauscht, weil ursprüngliche gebrochen) und jetzt fehlt schon das Elastomer (Keine Werbung, ich habe woanders bestellt), weil es beim ersten Fahren rausgefallen ist. Also bestelle ich gleichzeitig zwei Elastomere unterschiedlicher Stärke und eine feste Sattelstütze, weil ich die geliehene feste eigentlich auch sehr nett fand. Nach dem Absenden Button denke ich: Wow, da warte ich jetzt mehrere Tage drauf. Wieso gehe ich eigentlich nicht einfach zum nächsten Laden?

Heute nach dem Vormittag eine alte Freundin besucht in der Stadt. Auf dem Heimweg Siri befragt: Zeig mir den Weg zum nächsten Fahrradgeschäft. 900m gefahren, links, rechts. Fahrradgeschäft, Parkplatz davor. Ausgestiegen, reingegangen: Hallo, eine Sattelstütze bitte, 400mm lang, 31,6mm Durchmesser. Ja, macht 24,95 (billiger als aus dem Internet), Danke, Auf Wiedersehen.

Manchmal macht mich das fertig.

Tagesende SL 30.06.2020 – Dienstag

Fahrrad. Mit neuer Sattelstütze, die jetzt aber nicht mehr ganz funktionsfähig ist, weil schon wieder ein Teil rausgefallen ist. Das habe ich jetzt im Internet bestellt. Fahrrad war nicht schön heute. Rückenschmerzen. Die Stütze ist nicht so gut. Gefedert ja, wie anfangs, aber die Ersatzstütze, die ich zwischendrin im Übergang hatte, war ziemlich klasse, fest und unnachgiebig. Habe mir eine solche im Internet bestellt.

A3 von oben. Normal brauste ich unten mit 200 über den Asphalt. So aber ist es angenehmer morgen.

Erledigte Aufgaben

  • Daily
  • Beurteilung ändern müssen (Datumsfehler)
  • Wegen der Anträge und neuer Stellen mit Schulaufsicht telefoniert
  • Mit KM wegen Personalfragen telefoniert
  • Konferenz für Nachmittag vorbereitet
  • Organisatorische Gespräche
  • Schulhomepage ergänzt
  • gefühlt zu wenig getan heute
  • Nachmittags eine Stunde Konferenz in der Turnhalle mit Mikrofon, surreal

Heuriges Mantra: Auf dem Fahrrad noch dran gedacht. Jetzt vergessen.

Unbefriedigender Tag heute.

Tagesende SL 29.06.2020 – Montag

Auto, weil Termine, wichtig.

Der heilige Gral des Bildungssystems: Aufgaben für die (Zentralen) Abschlussprüfungen im schmutzigen Kofferraum meines Autos zwischen Golfbällen, Arbeitsklamotten und Anglerzubehör.
Jetzt sicher an einem geheimen und sauberen Ort.

Erledigte Aufgaben

  • Brief an den Oberbürgermeister fertig gemacht und in die Post gegeben
  • Email an die Stadtratsfraktion der Partei, in der ich Mitglied bin, geschrieben, mit dem Brief an den OB als Anhang und der Bitte uns in dieser Sache zu unterstützen
  • Termine ausgemacht für die aktuelle und die kommende Woche
  • vier Anträge auf Anstellung von Lehrern auf MB Mittel fertig gemacht und abgesendet
  • längeres Telefonat mit Kollegen über die Gesamtsituation
  • Schulhomepage bisschen umgeschichtet
  • drei Mal Masernimpfungen bestätigt und dokumentiert
  • Ablage Leistungsnachweise
  • angefangen den neuen Aktenplan in meine Aktenschubladen umzulegen
  • Beratunggespräch Eltern
  • Besprechung wegen der Konferenz morgen
  • Absprachen über Arbeitstage in den Ferien
  • Abschlussprüfungen abgeholt

Mantra: Mach deinen Scheiß einfach mal fertig.

Erklärung: Heute nach der Schule in einen Baumarkt gefahren, den ich nicht kannte. Wollte ein Brecheisen kaufen, um zwei Paletten zu zerlegen. Da ich den Markt nicht kannte, irrte ich umher und fand ein Werkzeug, mit dem man verlegte Bodenpaneele, die auseinander rutschen, wieder in Nut und Feder bringen kann. Zwei Haken, Dings. Hammer bei, druff gehauen, fertig. Seit zwei Jahren in etwa ärgere ich mich über zwei Fugen in meinem Arbeitszimmer, die ich mit Teppichen abgedeckt habe und natürlich dennoch immer wusste, dass sie da sind. Und mich ärgerte. Dieses Werkzeug kenne ich und habe es dennoch nie gekauft. Heute schon. 5 Euro. Dann nach Hause, Hammer geholt, druff gehauen, drei Mal je, fertig. Im Unterschied zu sonst mich im Anschluss nicht beschimpft, sondern gelobt. Danach in den Keller gegangen und das Werkstück, welches ich vor vier Wochen angefangen habe, soweit weiter verbastelt, bis das Material dafür ausging. Morgen nehme ich die Paletten auseinander, dann habe ich wieder Material für den Rest. Scharniere im Baumarkt holen, das ganze Ding anstreichen, fertig, nächste Party. Meine Güte. Mach den Scheiß halt einfach mal fertig.

Tagesende SL 26.6.2020 – Freitag

Auto. Normale Fahrtdauer: 35/40 Minuten außerhalb Coronazeiten. Heute: 110 Minuten. Auffahrunfall in der Baustelle A73, liegengebliebener Opel.

Das war nur der Anfang.

Nachmittags die reklamierte Sattelstütze abgeholt und abends montiert.


Erledigte Aufgaben:

  • Telefonieren wegen Zweitprüfer externe Prüflinge
  • Probezeitbeurteilung fertig machen und frankieren (dann vergessen mitzunehmen, um sie einzuwerfen)
  • Irgendwann ging das Internet wieder
  • VorGespräch wegen Orga Zeugnisübergabe
  • Treffen mit Elternbeirat und Förderverein (2h)

Mantra: Ich habe keinen Einfluss auf das Denken anderer Menschen.

Tagesende SL 25.06.2020 – Donnerstag

Fahrrad.

Wenn ich in den Wald hineinfahre.
Wenn ich 8km später aus dem Wald herauskomme.

Auf dem Rückweg in der Stadt bei meinem Outdoor-Ausstatter eine leichte Weste besorgt. Morgens ist es zu kalt für nur Shirt und zu warm für meine Softshell.

Morgen Auto, weil ich nachmittags neben Terminen noch einkaufen muss. Samstag Auto, weil ich meine Urkunde feiern möchte. Montag Auto, weil ich Termine habe. Dann wieder Rad.


Erledigte Aufgaben:

  • Daily am Morgen
  • Lehrerinfo weiter geschrieben
  • 10 Uhr: Audiositzung der Schulleiter, Besprechung und Ausdeutung der KMSe der letzten zwei Tage, ernüchternd
  • Telefonat KM, Personalfragen
  • Dabei festgestellt, dass mir eine Beurteilung noch durch die Lappen gegangen ist, diese aufgesetzt
  • Gespräche über schulfamiliäre Probleme
  • Nach der Audiositzung SL informiert über Inhalte
  • Telefonat Nachbarschule wegen Nachtermin Probeunterricht
  • Ablage Beurteilungen gemacht
  • Internet ausgefallen für die Verwaltung, ein Grund früher heimzufahren

Müde. Zuhause aufs Bett gelegt und in wenigen Minuten eingeschlafen. Nach etwas mehr als einer Stunde aufgewacht.

Nachdem ich jetzt einige Wochen schon meine Aufgaben notiere, fällt mir auf, dass nicht nur die Müdigkeit zum Ende der Woche zunimmt, sondern auch die Konzentrationprobleme zunehmen. Entsprechend nimmt die Zahl der erledigten Aufgaben ab. Mein Apnoe-Gerät macht mir aktuell Probleme, so dass der wenige Schlaf, den ich bekomme, nicht immer erholsam ist.

Tagesende SL 24.06.2020 – Mittwoch

Fahrrad. Sehr frisch morgens. Schön frisch. Ich stelle abends oft fest, dass ich mich auf morgen freue, weil ich dann Radfahren kann.

Im Wald in der letzten Woche jeden Tag die Begegnung mit einem Transporter der Forstverwaltung – es wird grad geerntet. Heute ein Forstmann zu Fuß – wahrscheinlich Wege besichtigen. Ich kann bestätigen: An manchen Stellen miserabel.

Als ich vorbeiradelte kamen grad die Arbeiter zur Schicht in einem kleinen Boot. Den ganzen Tag wird im Wöhrder See gebaggert. Hier in der Nähe fand man bei Baggerarbeiten am See eine Weltkriegsbombe. Wie ich in den Nachrichten las, heute außerdem weiter westlich eine Handvoll Bundeswehr-Handgranaten in der Pegnitz.

Erledigte Aufgaben:

  • Daily am Morgen
  • Telefonat Schulaufsicht wegen der Anträge von gestern; es gibt neue Formulare (zum Glück erinnert worden, dass morgen um 10 Uhr eine RSD-Audio-Tagung stattfindet, die ich mir schon wieder nicht aufgeschrieben hatte)
  • Telefonat Schulaufsicht, andres Büro, wegen Zweitkorrektor für die externe Prüfung, außerdem Fragen zur Notengebung in einem Spezialfall
  • Telefonat Landesamt für Schulen wegen Personalfragen
  • Telefonat mit Personalabteilung KM, Fax geschickt, weiteres Telefonat, in die Post gesteckt, Fax zu schlecht
  • Telefonat Nachbarschule wegen Übertritt von zwei Schülern
  • Gespräch Kollege wegen Nachmittagssitzung Medientag
  • Nachmittagssitzung Medientag
  • verschiedene Kollegengespräche, wegen Prüfungen, Notengebung
  • KMSe weiter gelesen
  • Bestätigung und Dokumentation Masernimpfung der KollegInnen mit Versetzungs- und Wiederverwendungsantrag eingepostet und weggeschickt

Typischer Mittwoch scheint es: Mit 12 Punkten auf der Liste in die Schule gekommen, 5 weggearbeitet, 3 dazu gekommen. Telefonate sind oft schwierig. Mich kann man auch oft den ganzen Vormittag nicht erreichen. In den anderen Behörden ist es ähnlich.

Früher als sonst gegangen.


Um 16 Uhr aufs Sofa daheim gesetzt. Kurz zur Seite geneigt. Eingeschlafen.

Danach fit genug die Fischfrikadellen von Ottolenghi zuzubereiten, nach dem Rezept aus dem Jersualem-Kochbuch.

Tagesende SL 23.06.2020 – Dienstag

Fahrrad. Ab jetzt so oft wie möglich. Ich will nicht zu dramatisch-theatralisch-pathetisch werden. Aber in der aktuellen Phase tut es mir gut. Ich fürchte, es liegt daran, dass ich diese zwei Stunden am Tag ganz allein für mich bin.

Das ist in etwa meine Strecke. Die Schleife heute unten einfach mal gemacht, weil ich wollte.
Manche Ecken sehen in natura besser aus als auf Photos. Dies hier etwa beim dritten E von Erlenstegen.

Erledigte Aufgaben:

  • Daily am Morgen, Kollege hat Geburtstag, Durchsprechen von problematischen Schülern der Abschlussklassen
  • Protokollinhalte für externe Prüflinge zusammengetragen, Protokollanteil geschrieben
  • Briefe SPRINT weiter vorbereitet und vom Sekretariat weiter bearbeiten lassen
  • TZ und EZ Anträge postfertig gemacht
  • Anträge angefertigt für die Anstellung von zwei Lehrern auf MB-Mittel, zwei weiteren Angestellten auf die Elternzeit anderer KollegInnen, Befristungsvereinbarung ergänzt
  • Unterschriften: Abrechnungen, besonderer Religionsunterricht
  • Telefonat mit Kollegen
  • Gespräch mit Hausmeister über die Mengen an Desinfektionsmitteln, die wir jetzt abholen lassen müssen, weil nach Aufhebung des Katastrophenfalls in Nürnberg die alten Regeln bezüglich der erlaubten Höchstmenge an gelagerten Mitteln wieder in Kraft getreten sind (u.a. werden nun 33 Kanister Handdesinfektion abgeholt, die erst vor einer Woche geliefert wurden)
  • paar Absprachen mit KollegInnen für Abschlussklassen
  • mehrere Emails
  • Gespräch Personalrat – einen Termin, den ich irgendwie vergessen hatte (nicht aufgeschrieben!)
  • Pressekonferenz des Kultusministers verfolgt (jetzt doch wieder), weil Ankündigungen für Sommerferien und nächstes Schuljahr erwartet wurden
  • Abschlussprüfungskonferenz, beigewohnt und ergänzt, Stellvertreter hatte die Leitung
  • abschließend Feedbackgespräch zur Konferenz mit dem Stellvertreter (hat er gut gemacht)
  • KMSe aus OWA geholt, um sie daheim zu lesen (ja…ausgedruckt…meine Konzentration lässt aktuell nach)

Impostersyndrom nachgelesen, weil mich irgendwas dabei ansprach.

Letzte Woche lange mit jemandem von woanders her getextet. Durchgehen von Sachen, die uns bei der Arbeit behindern. Gemeinsamkeiten entdeckt bei:

  • sich grundsätzlich zu viel vorzunehmen
  • der Hang sich zu überlasten über die Grenzen hinaus
  • niemals nett mit sich selbst zu sprechen

Müde.

Ryder Carroll. Die Bullet Journal Methode. (Nur als Aufhänger.)

The Bullet Journal Method: Track the Past, Order the Present ...
(Auf deutsch gelesen)

Seit einigen Jahren kämpfe ich gegen extremste Konzentrationsprobleme in manchen Phasen. Meine Vergesslichkeit erzeugte viel Heiterkeit bei meiner Frau – anfangs. Mein neuer Posten hat nicht unbedingt zu einer Besserung beigetragen, aber die Notwendigkeit erhöht, daran zu arbeiten.

Ein erster Schritt war es in den zurückliegenden Wochen daher, entgegen meiner Technikbegeisterung gedanklich mal zurückzugehen bis zu dem Zeitpunkt, wo ich konzentriert arbeiten konnte. Und ich stieß auf folgende Punkte, die bei mir mit Erinnerungen an lange Phasen konzentrierten Arbeitens verknüpft sind:

  • Handschriftliches Notieren auf Papier, am besten mit Füller oder Bleistift
  • Mindmapping
  • Lesen von Papier
  • Anstreichen auf Papier

Und ja, das entsprach in etwa der Arbeitsweise in der Endphase meines Studiums Mitte 90er Jahre. Bei Hausarbeiten immer vorarbeiten mit Stift und Papier (Exzerpieren und Strukturieren), die Abgabefassung dann auf dem Computer tippen und ausdrucken.

Und jetzt, 20 Jahre später, verhilft mir handschriftliches Notieren aller wichtigen Dinge, die im Tagesablauf entstehen, dabei, mir diese auch länger zu merken und in andere Systeme, die mich erinnern sollen, einzupflegen.

Diese Erkenntnisse, zusammen mit der Lektüre und Umsetzung einiger Elemente von Ryder Carroll und seinem Bullet Journal (zu dem es zahlreiche Artikel im Internet und in allen sozialen Medien gibt), haben aktuell zu einer Besserung geführt. Vor allem, wenn ich z.B. Gespräche schriftlich vorbereite. Dann noch ein paar Spritzer GTD dazu und es funktioniert eigentlich recht gut.

Interessanterweise verstärkt es den Effekt, wenn ich Druckbuchstaben bei Notieren verwende (Ryder empfiehlt sie). Eine Art des Schreibens, die ich nie mochte, weil ich meine Handschrift dann sehr hässlich fand. Ich habe aber gemerkt, wenn ich langsamer schreibe und bewusster, dann werden die Buchstaben ansprechender und ich habe wiederum das Gefühl, mir mehr zu merken. Außerdem habe ich mir dadurch angewöhnt kürzer und prägnanter zu formulieren, weil ich Druckbuchstabenschreiben von der Muskulatur her als anstrengend empfinde.

Mindmapping hat dabei vor allem die Funktion mich zu entlasten – hier aber digital. Dies geschieht nach meiner persönlichen Erfahrung dadurch, dass ein Brain Dump schon beim Aufschreiben eine Sruktur erhält und somit das Chaos weniger chaotisch erscheinen lässt. Darüber hinaus ergibt sich die Möglichkeit bei meinem digitalen System bestimmte Punkte in Aufgaben umzuwandeln. Mindmaps schätze ich schon sehr lang und bringe sie im Unterricht auch immer wieder an – aber immer nur als Grundgerüst. Erst jetzt habe ich mir ein Buch von Tony Buzan im Antiquariat besorgt, um mir die Methode als Ganzes anzuschauen.

Alles in Bewegung derzeit. Manches scheint gut zu sein.

Mein wichtigstes Ziel ist es, die Momente zu mehren, in denen ich nicht hinterherarbeite, sondern vornweg. Damit wäre schon einiges erreicht.

Tagesende SL 22.06.2020 – Montag

Fahrrad. Unbedingt. Man merkt, dass Sommer ist. Abfahren und es ist schön frisch, in der Stadt aus dem Wald kommen und man merkt, dass es schwül wird.

Diese Ecke auf meinem Radweg wollte ich schon länger mal fotografieren.
Heute morgen, ich war später dran als sonst, musste ich zwei Mal anhalten, weil große Gruppen mit Gänsen und Jungtieren auf dem Weg standen. Und mich anfauchten.

Erledigte Aufgaben

  • Telefonat KM, Abklären der Unterrichtsplanung, das „Go“ erteilt: jetzt werden alle angeforderten Stellen zusammen gesucht, das spannende Tetris der Personalversorgung angeworfenb- und wie immer die Angst, dass man irgendwas übersehen hat
  • Telefonat KM, andere Stelle, ein Stockwerk tiefer, andere Personalangelegenheiten
  • Telefonate mit KollegInnen, die aktuell nicht unterrichten
  • Gespräch mit Stellvertreter: Besprechung der Abschlussprüfungskonferenz morgen, Austausch über Privates
  • Briefvorlagen entworfen für die Versetzung und das Wiederholen der SPRINT-Schüler
  • Eine Einschätzung während der Probezeit (Beurteilung) aufgesetzt
  • Mehrere Emails, Terminabsprachen
  • vier Geschichtsbücher 8 begutachtet und eigene Meinung an Fachbetreuerin abgegeben (grundsätzliche Meinung – und ich habe selbst an welchen mitgeschrieben vor zehn Jahren – es wird auf dem Sektor nichts gewagt, traurig)
  • ein paar Gespräche über Notengebung, Vorrücken auf Probe
  • Protokollansatz für die externen Prüflinge
  • Beratung über Geburtstagsgeschenk für einen Kollegen

Will aktuell ein wenig mit Ernährung experimentieren. Mein Übergewicht ist nicht schön und ich finde momentan die Vorstellung ätzend an einer Herz-Kreislauf-Sache frühzeitig den Abgang zu machen – zu viele Risikofaktoren wie ich finde. An manchen Tagen probiere ich dieses Intervall-Fasten ohne Frühstück. Bin ja aufgewachsen mit der Devise, dass man morgens essen muss. Also habe ich immer gegessen, bevor ich das Haus verließ, immer. Naja, unter anderem. Heute vorgenommen, die Käsebreze erst um 12 Uhr zu essen und ohne Frühstück loszufahren. Ging. Ziel: Ich entscheide, ob ich was esse – nicht die Uhrzeit und nicht der Stresslevel.


Probiere grad neue Ordnungssysteme. Dieses Ausprobieren besteht aktuell vor allem in der Reduktion von Ablagen, analog und digital. Besteht auch daraus, sich im Alltag Zeit dafür zu nehmen, Dinge da abzulegen, wo sie hingehören.

Dabei jetzt schon zwei Mal die komische Erfahrung gemacht, dass ich Sachen suche wie ein Doofer und sie am Ende da finde, wo sie hingehören – da hatte ich aus Gewohnheit natürlich nicht nachgeschaut.

Tagesende SL 19.6.2020 – Freitag

Erledigte Aufgaben:

  • Ergänzende Lehrerinfo formuliert, weil ich Dinge vergesssen hatte
  • Telefonat Schulaufsicht wegen externen Prüfern
  • Telefonat mit KM nicht funktioniert, stattdessen Email geschrieben: Rückmeldung, dass die Werte aus dem Gespräch übernommen wurden und funktionieren; Montag folgt Gespräch

Um 10:30 die Schule verlassen zu einem Termin beim Ministerialbeauftragten. Eine Urkunde bekommen. Hätte mir gewünscht, dass dort irgendwo steht: „Geboren in Hamburg“. Aber man kann halt nicht alles haben.

Ich gehe davon aus, dass der Freistaat Bayern recht verzweifelt sein muss.

Ich habe nicht gefeiert. Es muss niemand gratulieren.


Fahrrad. Durch den Weg zum MB eine andere Strecke heimgenommen (von Süd nach Nord, sonst eher die Ost-West-Achse). Wollte eigentlich über die Schleuse Nürnberg, weil man von dort aus einen tollen Blick auf den Fernmeldeturm hat, aber irgendwie habe ich mich verradelt. Der Himmel war sehr fotogen – hier noch besser als auf Insta. Die Radwege eine Zumutung – stellenweise musste man auf die Straße ausweichen, wenn man kein Schütteltrauma erleiden wollte.

Fernmeldeturm, an dessen Fuße 1,5 Jahre mein Büro war.
Nopitschstraße, Blick zum Dianaplatz – hier habe ich bei Fahrstunden viel Zeit verbracht.
Volksfestplatz, gleichzeitig Reichsparteitagsgelände, hinten erkennt man den Kongressbau.
Businesstower, nicht das schönes Gebäude der Stadt.

Morgens schon entdeckt, dass die Johannisbeeren in Gostenhof noch stehen und Früchte tragen.


Weiterhin müde.