#wasmachteigentlichderchef 22.9. Dienstag

Fahrrad. Heute nervig gewesen. komische Verkehrsverhältnisse. Außerdem dadurch noch später heimgekommen als geplant.

Aus dem Haus gekommen
Bundesstraße runter
Abbiegen in den Wald
Durch den Wald
An der Stadtmauer entlang
Sonnenaufgang über dem enorm großen Gebrauchtwagenhandel


Erledigte Aufgaben

  • zwei Stunden Unterricht Sozialkunde 10. Klasse
  • mehrere kleine Gespräche in der 3. Stunde: Ganztag, Sozialpädagoge
  • großes Gespräch in der 4. Stunde
  • Büroarbeit
  • Telefonat mit Schulaufsicht wegen Neuanforderung Personal und Kürzung des Unterrichts
  • Langes Gespräch in der 7. Stunde, hilfreich, neue und alte Perspektiven, vertrauensvoll
  • noch mal langes Gespräch in der 8. Stunde
  • und zum Abschluss mit Sekretärin über Serien auf Netflix und Prime gefachsimpelt, den alten und eventuell neuen James Bond (Ich bleibe für Iris Elba)

Morgen und übermorgen je eine Videokonferenz. Diese will ich von zuhause aus erledigen, daher verkürzte Zeit vor Ort an der Schule.

Themen: Erstkontakt zu einer Fortbildungsgruppe, die sich um die Einsteiger in die Schulleitungslaufbahn kümmert. Es geht um E-Learning. Am Donnerstag dann eine FB/Dienstgespräch zur ASV in Bayern und der sogenannten US.

#wasmachteigentlichderchef – 21. September Montag

Fahrrad

Losfahren in der Dämmerung und das Dorf verlassen
Und am Ende im Hellen meine Schule erreichen.

Erledigte Aufgaben

  • Papierkram, Postausgang
  • Gespräch Sozialpädagoge
  • Schulhomepageartikel über aktuelle Lage angefangen, dann gelassen – muss auch so gehen
  • Langes Gespräch intern über aktuellen Stundenplan, die Grenzen der Machbarkeit und die Zukunft
  • Gebundener Ganztag aus Stundenplanersicht besprochen
  • Zwei Stunden Geschichte in der 7. Klasse iPad
  • Förderunterrichte der coronabedingten Probe-Versetzungen und Probezeiten bestimmt, Schüler zugeordnet
  • Telefonat KM über Stunden und Personal

Die Sache mit dem Blutdruck und den Fotos auf Insta. ich glaube, ich habe die Geschichte schon mal erzählt.

Das war ja so. Vor einigen Jahren hatte ich immer an dem Nachmittag Dienst, an dem das Schulsanitäterteam der Kleinen übte. Die Dame, die dies betreute, kam dann immer rüber und fragte, ob ich das Opfer sein kann zum Üben der Blutdruckmessung. Ich tat es gern. Die Kollegin freute es, denn es war immer viel zu messen.

Irgendwann gab sie mir den Rat, dass ich mal besser zum Arzt gehen sollte. Das tat ich dann auch. Als dieser dann einen Wert von 180 zu irgendwas ablas, im Ruhezustand natürlich, wurden wir beide etwas unruhig. Dann kamen Tabletten und so. Nunja. Untersuchungen. Schlaflabor. Ein paar Unterhaltungen mit einer Diplompsychologin (Zitat: Wenn Sie so weitermachen, gebe ich Ihnen höchstens zwei Jahre.)

Meine Kollegin war später etwas unglücklich. Wenn ich danach zum Messen kam, hatte ich nämlich stabile 130 zu 90. Jedes Mal. Die Kinder dachten schon, das Gerät sei kaputt.

Zum Bild oben: Die Aktivitäten der Schulsanitäter sind aktuell eingestellt. Lea und Sophie haben gesagt, ihnen sei langweilig. Also habe ich sie eingeladen, die Messungen fortzusetzen, die sie vor den Sommerferien schon angefangen haben. Natürlich unter Corona-Bedingungen, ohne Anfassen und mit Abstand und Maske.

Wollen Sie also wissen, wie es um mich steht, Montagmorgen, zwei Stunden, nachdem ich mein Büro betreten habe, vier Stunden nach Tabletteneinnahme?

Ich glaube das Gerät war kaputt…jedenfalls war der Wert in der zweiten Pause wieder im Normbereich.

Was ich sagen will mit dieser höchst dramatischen Geschichte? Passen Sie auf sich auf, wenn Sie in die Schulleitung gehen wollen. Ganz einfach. Ich tue es auch – und bin schon ein Jahr über die düstere Prognose hinaus.

Tagesende SL 2020-09-18 Freitag #wasmachteigentlichderchef

Auto heute, weil ich nach der Schule gleich einkaufen fahren will.

Erledigte Aufgaben

  • Elterngespräch, gleich um 8, lang. es mussten Entscheidungen her
  • Nachgespräch mit dem Sozialpädagogen
  • Postausgang weiter erledigt
  • Förderverein Zugang zur Schulhomepage eingerichtet
  • zwei Stunden Sozialkunde in der zehnten Klasse
  • mit den SchülerInnen zusammen ab 10 Uhr die Pressekonferenz des Kultusministeriums verfolgt (Wie geht es am Montag weiter?)
  • Schulleitungsbesprechung bis 14 Uhr: Konzept „Umgang mit Klassen im Fall eines positiven Tests“ überlegt, Termine der nächsten Zeit, Aufsichtsproblematik der Mittagspause, neuer Stundenplan ab kommender Woche (erst der zweite)

SchülerInnen in der Pressekonferenz
Der Herr Piazolo

Heute ist eigentlich Samstag. Ich treffe einen Bekannten, pensionierter Polizist (ehemaliger Staatsschützer), berichte ihm, dass ich in dieser Woche zwei Mal mit dem Anwalt bedroht wurde.

Er lacht: „Wer als Schulleiter noch nie mit einem Anwalt bedroht wurde, macht was falsch.“


Gestern überlegte ich noch, diese Reihe hier einzustellen. Aber jemand erzählte mir dieser Tage, dass an seiner Schule wieder vermehrt die Frage aufkam: „Was macht (im Sinne von „arbeitet“) eigentlich der Chef?“ Und dieser jemand konnte von dem erzählen, was ich berichte. Ich kreiere also hiermit den hashtag #wasmachteigentlichderchef

Tagesende SL 2020-09-17 Donnerstag

Auto. Weil mein Geburtstag war und ich schnell nach Hause wollte. Fotos gelingen keine schönen aus dem Auto.


Aber es gab Geschenke.

Erledigte Aufgaben

  • nicht viel, und ehrlicherweise ist heute Samstag und ich erinnere mich nicht an viel (die App things hilft mir jetzt, weil sie ein Logbuch hat der erledigten Aufgaben)
  • Personalfragen müssen weiter geplant werden (Instrumentallehrer, Aushilfen)
  • Ausschreibung von Stellen, auch wenn man weiß, dass es keine Bewerbungen geben wird
  • KM anrufen wegen der Aushilfen
  • Briefing vorbereiten, da am Freitag neue Verlautbarungen erwartet werden
  • Schulhomepage Artikel frei schalten, die aus dem ersten Elternbrief herausgeholt wurden
  • Postausgang angelegt

Überlegt, ob ich die Reihe hier einstelle. Es erscheint mir etwas eintönig. Aber hin und wieder schreibt jemand, dass er gern hier drin liest – oder sie. Und ich merke, dass es mich motiviert im Büro – nach dem Motto: Wenn du das nicht machst, hast du gar nichts zu schreiben heute.

Um 14 Uhr das Schulhaus verlassen. Heimgefahren. Aufs Sofa gesetzt. Eingeschlafen.

Tagesende SL 2020-09-16 Mittwoch

Auto. Weil Nachmittagstermine bis in den Abend hinein (privat) und ich nicht ewig radeln wollte.

Klingt komisch: Ich komme aus dem Osten, Mache aber offenbar eine große Schleife, um mich dann vom Westen her meiner Schule zu nähern. Doppelt so lang wie der direkte Weg, aber schneller.

Erledigte Aufgaben

  • Mich erneut mit dem Anwalt bedroht sehen, mal sehen, ob daraus eine Serie wird
  • Daily
  • Gemerkt, dass ich gestern die falsche Version des Elternbriefs versendet habe – neu gemacht
  • Aufmerksam gemacht worden, dass ich einer Kollegin eine Email geschickt habe, die mitten im Satz abbrach
  • Neue Aushilfsstellen ausgeschrieben
  • Neue Anträge für Aushilfen ausgefüllt
  • KM telefoniert wegen neuer Stellen
  • Undurchsichtigen angeforderten Papierkram für eine neue Kollegin versucht zu lichten (nicht ganz geschafft)
  • Dienstvorgesetzten informiert über Anwaltsdrohungen
  • Schulhomepage-Artikel aufbereitet und veröffentlicht

Um 14 Uhr das Haus heute verlassen, weil ich eine neue Regelung eingeführt habe für „freie“ Nachmittage der engeren Schulleitung. Heute war meiner. Fühlte sich komisch an. Ich habe zur Feier des Tages zwei Nachmittagsverabredungen getroffen, die schon lange fällig waren. Kuchen gegessen am Nachmittag…Gulasch gegessen am Abend.


Heute morgen stand eine junge Dame aus der 5. Klasse vor meinem Büro und wartete auf mich. Die Kollegen berichteten mir später, dass sie sich nicht abwimmeln ließ und unbedingt mich persönlich sprechen wollte.

Sie überreichte mir stolz ein selbstgemaltes Bild und ein beschriebenes Blatt.

Das Bild zeigte die Figuren meines Armtattoos, von dem ich am Vortag erzählt hatte. Sie war ins Internet gegangen und hatte die Figuren gesucht und meinen Arm gemalt. Auf dem anderen Blatt stand die Geschichte, so wie ich sie erzählte hatte.

Ich habe morgen Geburtstag und werde 51 Jahre alt. Heute bin ich ein wenig zufrieden.

Tagesende 2020-09-15 Dienstag

Fahrrad. Auf der Hinfahrt den 7000. Kilometer geknackt. Nach anderthalb Jahren.

Am Ende des Sees. Radfahrer von allen Seiten. Morgens geht‘s. Nachmittags wird es hektisch.
Eine meiner Lieblingsfassaden morgens auf dem Weg zur Schule. Ein paar Wochen früher fiel mehr Licht darauf.

Erledigte Aufgaben

  • Elternbrief fertig gestellt, abgeschickt
  • über den Tag verteilt etwa 15 Gespräche
  • Zwei Stunden Sozialkunde 10
  • Interreligiöser Begrüßung der 5. und 6. Klassen (eine Hälfte ich, die andere Hälfte mein Stellvertreter)
  • Eine Beurteilung verbessert
  • Einige Postausgänge
  • Telefonat Schulaufsicht
  • Telefonat Nachbarschule
  • Irgendwann auf Klo gewesen

Sie müssen mal kurz verzeihen: Ich bin aktuell jeden Tag, wenn ich heim komme, am Arsch.

Und mir ist bewusst, dass es einigen KollegInnen genauso geht.

Das Radfahren hilft sehr. Morgens, wenn wenig los ist in der Stadt und mittags, wenn ich erst den Wald erreicht habe. Es schafft mir Raum und Zeit runterzufahren.

Auch hilft die Erkenntnis, dass ich mich offenbar irgendwie entwickle. Die Symptome, die ich mal Ende Schuljahr 17/18 formuliert habe, als ich ein halbes Jahr kommissarischer Schulleiter war, sind in der Häufigkeit nicht mehr aufgetreten. Einige der heftigeren überhaupt nicht mehr.

Ich bin weiter vergesslich. Ich bekomme mein Gewicht einfach nicht runter. Bin öfter fahrig.

In den letzten drei Wochen immer wieder mit Kollegen gesprochen, die irgendwas mit Schulleitung zu tun haben. Raubbau an sich und der eigenen Familie ist immer ein Thema.


Der interreligiöse Anfang heute war eine schöne Veranstaltung. Ich hatte mich im Tag vertan und war auf heute nicht vorbereitet. Mein Part war eine kurze Begrüßung, danach an zwei ReligionslehrerInnen übergeben. Auf dem Weg zu den Klassenzimmern legte ich mir ein paar Sachen parat. Aber erst als ich vor der ersten 5. Klasse stand, fiel mir etwas ein: Ich erzählte die Geschichte des Tattoos auf meinem rechten Arm und zeigte die Bilder.

Die Geschichte von Frida Furchtlos, die nacheinander vom Wolf, dem Löwen und dem Bären besucht wurde. Und die sich nicht fürchtete.

Tagesende SL 2020-09-14 Montag

Fahrrad.

Eine Brücke, die ich noch nie selbst überquert habe – ich bin nicht mal sicher, was die verbindet.
Wöhrder See – Park. Morgens mit Nebel und Hunden

Erledigte Aufgaben

  • Bisschen Post: Personalsachen
  • Gespräche: Sozialpädagoge, Kollegen
  • Unterrichtsplanung
  • zwei Stunden Unterricht in der 7. Klasse
  • mehrere Telefonate mit der Schulaufsicht

Irgendwann, schnell war es vier Uhr nachmittags. Zwischendrin mal wieder mit dem Anwalt bedroht worden und dem Gang zum KM. Ich bin dieser Sachen überdrüssig. Habe gelernt, mich innerlich zu distanzieren – gelernt kann man eigentlich nicht sagen. Es war kein bewusster Vorgang. Es ist wie Hornhaut. Ich winke müde ab.

Tagesende SL 2020-09-10 Donnerstag

Fahrrad.

Echt, jeden Morgen.

Erledigte Aufgaben:

  • Gespräch mit Mutter und Sozialpädagoge
  • Elternbrief aufgesetzt
  • Einige der alten Abschnitte ins Internet auf die Schulhomepage befördert
  • Wieder als Aufsicht durchs Haus, heute keine Begegnungen
  • Mittagsaufsicht in der Mensa mit der 6. Klasse, gute Gespräche am Tisch gehabt über Nintendo Switch und warum Geschichte ein tolles Fach ist
  • Telefonate KM und MB
  • mehrere Lehrerzimmergespräche
  • Gespräch Personalrat
  • Gespräch über Stundenplan und Unterrichtsverteilung, Fehler aufgeschrieben, Fehler neu bemerkt

Aufgewacht heute morgen um 5.30 Uhr, erinnert, dass ich eine Mail schon abends schreiben wollte, aufgestanden, am iPad getippt. Von der Ehefrau erwischt worden. Nicht gut. Gespräch über Gesundheit geführt.


Sollte ich mal einen Vortrag halten müssen vor Leuten, die Schulleiter werden wollen, dann wird der erste Satz sein: „Gekämpft wird immer – gegen das eigene Ego, die eigenen Erwartungen, immer gegen sich selbst oder mit sich selbst.“

Oder irgendsoeinen dramatischen Scheiß.


Scheißtag. Nur Fahrradfahren war gut.

Tagesende SL 2020-09-09 Mittwoch

Fahrrad.

Jeden Morgen dasselbe. Unglaublich.
Es gibt Schlimmeres.
Meine Lieblingsbäume in der Stadt.
Und dahinter gleich ein Kohlfeld.

Erledigte Aufgaben

  • Frühaufsicht ergänzt, mal durchs Haus gegangen
    • 5. Klässler: Wer bist du denn?
    • Sein Kumpel: Ey, das ist der Schulleiter.
    • 5. Klässler: Kannst du was im Sekretariat abgeben für mich?
    • Alles wie gehabt also
  • Protokoll der Konferenz klar gemacht
  • Briefing geschrieben und versendet
  • Ordner angelegt für die Protokolle, Unterlagen zusammengesucht und abgeheftet
  • Widerspruch bearbeitet, Unterlagen zusammengesucht
  • Gespräche im Lehrerzimmer
  • Austausch über das iPad mit Kollegin
  • Schlüsselproblem einer Kollegin versucht zu lösen
  • Muttergespräch (45 Minuten)
  • Kollegengespräch über alles, was heute schief gegangen ist (30 Minuten)

Ich arbeite an meinen Schwächen. Leider kann ich nicht alle gleichzeitig bearbeiten und ja, daran scheitert es ja oft. Aktuell versuche ich an zwei Baustellen zu arbeiten:

  • Dinge gleich zu tun (mit nahezu jeder Stunde, die ich eine Aufgbe vor mir herschiebe, schwindet hochprozentual die Chance, dass diese Aufgabe überhaupt erledigt wird)
  • Dinge ordentlich zu tun (also aktuell: Dinge an Stellen ablegen, wo ich sie finde, dorthin, wo sie hingehören)

Denn ich kann später dann auf sie zurückgreifen. Und nichts ist zufriedenstellender als eine Idee zu haben, nach rechts oder links zu greifen und genau das, was man braucht, in der Hand zu halten.

Ich versuche mich immer daran zu erinnern, dass ich mir eben auch dafür Zeit nehme. Während ich bisher her immer dachte: Uh, langweilig der Locher und der Ordner, mache ich später, also nie.


Das zielgerichtete Ablegen von Informationen und Notizen ist grad wirklich ein Punkt, der mich umtreibt. Lange Zeit dachte ich, es sei eine Frage der richtigen App. Leider ist es aber eine Frage der eigenen Einstellung und der eigenen Disziplin.

Tagesende SL 2020-09-08 Dienstag

Fahrrad. Fast euphorisch stellenweise in der Stimmung. Keine Angst, hat sich später gegeben.

Blick nach Osten, wenn ich aus dem Haus komme.
Hochschule der Musik in Nürnberg, von der Wasserseite aus.
Heute mal einen kurzen Umweg über den Hauptbahnhof gemacht, weil hier der Brezen Kolb auch die mit Leberwurst hat. Leider nicht mehr die mit Bratwurst und Kraut.

Erledigte Aufgaben

  • sehr viel Diffuses heute
  • morgens Begrüßung der 5. Klässler im Innenhof
  • Eltern aus dem Schulgebäude treiben
  • Verträge unterschreiben lassen für Angestellte
  • AP-Zusammenfassung Nachtermin Externe Prüflinge
  • Besprechung von Anträgen für die Konferenz am Nachmittag
  • Fachsitzung Geschichte
  • Fachsitzung Sozialkunde
  • Fachsitzung Deutsch
  • Sitzung SE-Team (wurde verschoben)
  • Kurzkonferenz
  • Ablage versucht, zu wenig konzentriert
  • Kleinkram, der so anfiel

Frau schickt mir früh am Morgen ein Foto aufs Handy mit dem Satz: „Ich habe da Fragen.“

Sie hat die Katzen gefüttert und dazu die Schälchen gesucht, die ich am Abend noch aus dem Geschirrspüler geräumt habe.

Gestern war einfach overload.


Heute auch wieder so ein Moment. Sitze am Schreibtisch. Tue grad nichts, sondern lasse meine Gedanken schweifen. Schaue das Telefon an und weiß, dass ich vor wenigen Minuten telefoniert habe – mir fällt aber nicht mehr ein, mit wem oder über was.

Erst abends, als mir eine Kollegin einer anderen Schule eine Nachricht schreibt, in der sie sich für das Gespräch am Vormittag bedankt, fällt es mir ein.

Tagesende SL – 2020-09-07 Montag

Fahrrad. Ich mag derzeit das Licht am Morgen, wenn ich von Osten in die Start fahre.


Erledigte Aufgaben:

  • Eröffnung Sozialwesen Nachtermin Abschlussprüfung
  • Anfangskonferenz geleitet
  • Mittagspause: Papierkram mit neuem Personal erledigt
  • Gespräche mit KollegInnen beim Essen
  • Gespräch mit neuen KollegInnen, eher Monolog und in meinem Kopf Chaos
  • Gespräch mit den Kollegen des Gebundenen Ganztags
  • Gespräche KM

Um 6.30 Uhr aufs Fahrrad gesetzt. Um 18.30 Uhr wieder heimgekommen. Ein Tag, an dem ich nicht aufhöre zu arbeiten oder Feierabend mache, sondern einfach aufstehe und gehe. Auch die Tasche einfach da lasse. Ich bekomme abends ohnehin nichts mehr hin.

Vor zwei Jahren bei meiner ersten Anfangskonferenz habe ich mich hauptsächlich hilflos (fühlte mich überfordert) gefühlt. Vor einem Jahr war ich eher verzweifelt (über alle gemachten Fehler, echte und eingebildete). Heute war ich zuversichtlich. Komisches Wort, aber unterm Strich das Gefühl, dass ich es irgendwie in der Hand habe. Nicht dass ich alles kann, beherrsche und keine Fehler mache – aber ich fühlte mich dem gewachsen.

Tagesende SL 2020-09-04 Freitag

Auto. Weil ich einkaufen muss nach der Arbeit, weil ich das nicht Samstag kann, weil ich da den aktuell letzten Tattootermin habe.

Und jetzt der Werbeblock.


Erledigte Aufgaben

  • Unterrichtsplanung weiter korrigiert
  • Telefonat KM wegen Personalangelegenheiten
  • Post zusammengestellt
  • Hygienekonzept weiter besprochen
  • Konferenz für Montag vorbereitet
  • Einladung Konferenz verschickt mit Abfrage Mittagessen
  • RSD kurze Online Tagung mit Ergänzungen zum Schulstart
  • Gespräch Kollege bezüglich Schilfs zur Digitalisierung
  • Aufsicht Aufnahmeprüfung Englisch

Habe mich von Tag zu Tag besser gefühlt diese Woche. Als ich vor zehn Tagen anfing wieder zu arbeiten, fühlte ich mich nicht so ganz toll. Aber wenn der Kahn erstmal am Laufen ist, dann scheint man ruhiger zu werden.

Es scheint, ich lerne dazu, d.h. ich kann mich mehr und mehr distanzieren vom Alltag mit seinen ganzen Niederlagen. Und mehr und mehr gelingt es mir, mit mir selbst zu sprechen wie ich versuche mit meinen Kolleginnen zu sprechen – weniger anklagend, weniger vorwurfsvoll, weniger destruktiv.

Tagesende SL 2020-09-03 Donnerstag

Fahrrad. Beste Idee.

Morgens auf dem Weg zum Fahrrad
Business Tower der Nürnberger Versicherungen vom östlichen Ende des Wöhrder Sees aus.

Erledigte Aufgaben:

  • Eröffnung Mathematik Nachtermin Abschlussprüfung
  • Telefonat mit KM und alle Probleme durchgegangen, die die Unterrichtsverteilung macht, Lösungen gesucht (1h)
  • Stellungnahme zu einem meiner Fehler verfasst, um diesen auszubessern (0,5h)
  • Telefonat Schulaufsicht wegen verschiedener Schülerangelegenheiten (0,5h)
  • Telefonat Schulaufsicht wegen Zuweisung Mobiler Reserve (nicht geklappt), dabei mitbekommen, dass eine meiner ersten Personalentscheidungen vor 2,5 Jahren offenbar so eine Art Ausnahmefall war (wird immer wieder erwähnt, wenn ich anrufe): Ich versuche aktuell dasselbe wieder (0,5h)
  • Besprechung mit allen Mitgliedern der SL zum Thema Hygienekonzept ab Montag als Vorbereitung folgender Treffen am Vormittag (1h)
  • Treffen mit FOS und Hausverwaltung und Mensa und Reinigungsservice wegen aktueller Hygienebestimmungen und Schulbeginn (1h)
  • Berg an Papier sortiert und teilweise abgelegt, der aufgrund der Personalbewegungen angefallen ist (0,75h)
  • Gespräch Kollegen, mehrere, u.a. Termine ausgemacht mit ÖPR und Ganztag und SMV
  • Abschlussprüfung Nachtermin für Montag organisiert
  • Telefonate mit Personalabteilung KM, weil da was mit Formularen nicht passte

Tagesende SL 2020-09-02 Mittwoch

Fahrrad.

Endlich Herbst.
Dorfausfahrt

Erledigte Aufgaben

  • Eröffnung Nachtermin Abschlussprüfung Englisch
  • Begrüßung der KollegInnen zum Digitaltag (Fortbildungsvormittag)
  • Lesen der neuen KMSe (4)
  • Gespräch SL-Kollege anderer Schule
  • Verteilen der Schlüssel an die neuen KollegInnen (10)
  • Personalgespräch (1)
  • Personalgespräch neue Kollegin (1)
  • Rücksprache KM gehalten (2)
  • Gespräch Bioprüfungen
  • Unterrichtsverteilung ergänzt
  • Urkunde überreicht (1)
  • Gespräch Hygienekonzept zu viert
  • Online-Audiotagung RSD

7.45 Uhr das Schulhaus betreten. 16.30 Uhr verlassen. Keine Pause. Unzählige Gespräche. Gegessen beim Lesen der KMS und im Gespräch Hygienekonzept (Butterbreze und Stadtwurschtbreze). Ca. 1,2l Kaffee getrunken. Eis auf dem Heimweg.

Und das ist nur der Anfang. Ich bin schon wieder müde.


Einfahrt ins Dorf auf dem Heimweg. Es hat nicht geregnet.