Tagesende SL – 28.05. Donnerstag

Auto. Rad noch in der Werkstatt. Morgen kann ich es abholen. Die Sattelstütze konnte nur gegen eine starre ausgewechselt werden. Die andere muss erst retourniert werden, vielleicht Garantiefall.


Erledigte Aufgaben:

  • Papierform der UP abgeschickt mit Teilzeitanträgen
  • Elternbrief aufgesetzt
  • Elternbrief SPRINT aufgesetzt
  • zwei längere Gespräche, eins lief gut, das andere eher unbefriedigend (seltsamerweise dachte ich vorab, es wäre andersherum)
  • Masernschutz noch mal gelesen und im KM angerufen, weil ich den Dokumentationsbogen nicht ganz verstanden habe.
  • Unterrichtsbesuch im Probeunterricht dritter Tag
  • alle Briefe mit den Ergebnissen Probeunterricht unterschrieben
  • Aufgabenergebnisse einiger meiner Schüler an meinen Booder übermittelt (Sozialkundeaufgaben zum Thema Corona, Schließungen, Grundrechte und Gewerbefreiheit und Benny der Booder – mein Frisör in dem Ort, wo ich wohne); Benny möchte der besten Arbeit einen ausgeben (die letzte Frage war: Was ist ein Booder?)

Aufgaben für morgen überschaubar.


Konzentrationspegel bei 50% heute. Müde.


Am Morgen ein schönes Erlebnis. War bei meinem Hausarzt, das Rezept für die Blutdruckmedis abholen. Kam aber 5 Minuten vor Praxisöffnung. Statt mit dem Handy rumzuspielen bin ich ein paar Straßen weiter gegangen und kam an den Ortsrand. Die Sicht öffnete sich in die Weite über die Pegnitzauen. Und für einen Moment passte alles: Morgenluft, Aussicht, Stimmung. Und mal 5 Minuten bei sich selbst zu sein.

Tagesende SL – 27.5 Mittwoch

Auto. Musste nachmittags mein Rad endlich in die Werkstatt bringen. Es stellte sich raus, dass nicht nur der Schaltzug gerissen war, sondern auch die Bremsen nachgesehen werden müssen. Vor allem aber war die gefederte Sattelstütze an einer Stelle gebrochen. Das war mir noch nicht aufgefallen. Jetzt also drei Tag ohne Rad. Oder zwei.

Kurz gedacht, dass ich analog zur Schule radle. Aber abgesehen von der zusätzlichen Zeit, kann ich mit dem Auto endlich mein Rezept vom Arzt abholen vor der Schule. Dazu bin ich die ganze Zeit nicht gekommen – oder vielmehr habe ich mir die Zeit nicht genommen.


Erledigte Aufgaben:

  • Muttergespräch
  • Fördervereingespräch
  • Lehrprobe (ohne Klasse) abgenommen als Zweitprüfer
  • Lehrerinfo ergänzt und rausgeschickt
  • Eine letzte Beurteilung der ersten Gruppe eröffnet und in die Post gegeben
  • Organisatorischer Kleinkram
  • Anfrage an das Jugendamt zum Thema Jugendsozialarbeit an Schulen formuliert

Früher gegangen wegen des Werkstatttermins.


Zuhause auf dem Sofa innerhalb von wenigen Minuten für eine halbe Stunde eingeschlafen.


Ich lerne von den besten.

Tagesende SL – 26.05. Dienstag

Fahrrad. Kühl, brauchte Handschuhe.

Wieder Schafe gesehen.


Erledigte Aufgaben:

  • Telefonate: Nachbarschule wg. Lehrprobe Orga, Rechtsabteilung KM, Grundschule
  • Emails: Förderverein, Elternabfragen
  • Gespräche, Gespräche
  • Infos und KMSe zum Thema Masernimpfung und Überprüfung derselben im Bestandspersonal und speziell bei Versetzungswilligen; Lehrerinfo für morgen ergänzt
  • Brief des Herrn Ministers auf die Schulhomepage gesetzt
  • Beurteilungen postfertig gemacht und weggeschickt
  • Begrüßung der Kinder und Eltern zum Probeunterricht
  • Besuch des Probeunterrichts
  • Nachkorrektur Deutsch in einer der Gruppen zum Probeunterricht
  • Viele Fragen zu meinem Ex-Bart beantwortet

Mehr geschlafen, fast 7 Stunden laut Uhr.


Bullet-Journal-Projekt angefangen, schon vor zwei Wochen. Fühlt sich passend an. Finde im Netz keine Quellen von Schulleitern zu diesem Thema. Habe vor geraumer Zeit mal eine Kollegin aus den USA in ihrem Blog angesprochen, seit ihrer Antwort kam dann nicht mehr viel, schade.

Principals are people too, and we would all take the time to remember that, either for ourselves, or a principal we may know. I think personal development and self care are something we should all be working on as human beings.

Wenn ich es weiter durchhalte, berichte ich davon.

Tagesende SL – 25.05. Montag

Fahrrad. Frisch am Morgen, kein Regen wie angekündigt. Windig. Hinfahrt entspannend. Auf der Rückfahrt auf dem Rad viele Konfliktgespräche geführt, mit mir und anderen nicht auf dem Rad anwesenden Personen.

Schafe gesehen.


Weniger als 5 Stunden geschlafen. Nicht gut. Starke Konzentrationsprobleme als Folge.


Erledigte Aufgaben:

  • zwei Beurteilungen eröffnet
  • bisschen Anmeldungssachen
  • acht Schreiben aus dem KM (noch mal) gelesen, stellenweise mit Anhängen, eine Mitschrift der Direktorentagung, eine Zusammenfassung der Schulaufsicht
  • Lehrerinfo aus der Essenz gebastelt: Corona Info 11, 14 Seiten
  • Konferenz zum Probeunterricht beigewohnt
  • Abends noch Email des Personalrats beantwortet, Lehrerinfo fertiggestellt
  • Ich müsste die letzte Beurteilung noch schreiben (erledigt)

Termin bekommen zur Überreichung der Urkunde mit der Ernennung zum Realschuldirektor auf Lebenszeit (glaube, dass das drauf stehen wird). In leichter Abwandlung von Groucho Marx: Der bayerische Staat muss verzweifelt sein.


Realschuldirektorenpose.

Weil ich anmerkte, dass ich mir den Bart abgenommen habe: Ein aktuelles Foto von mir, stilecht auf dem Lehrerklo. Und immer streng nach aktueller Hausordnung.

Ich sehe grad, dass ein Hemdknopf offen ist. Super, den ganzen Tag so rumgelaufen.

Vortag SL – 22.05. Freitag

Fahrrad. Habe die Nabenschaltung fixieren können. Auf einer Probetour am Donnerstag mit Hilfe einer abgerissenen Stoff-Schnalle meiner Shorts. Am Freitag dann mit Haargummis der Frau.

Effektiv.

Freitagmorgen kühl, auch weil ich mit Shorts gefahren bin. Aber schön. Vor allem morgens. Mittlerweile treffe ich morgens dieselben Menschen, die ihre Hunde am See ausführen oder mit ihren Kindern zur Kita oder Schule radeln.

Nachmittags ist es zu voll. Ich merke keinen Unterschied mehr beim Radeln durch die Stadt zu den Wochen vor Corona.


Erledigte Aufgaben:

  • Zwei Beurteilungen eröffnet, eine mit Gespräch, eine zwischen Tür und Angel
  • Drei Stunden Unterricht, die vierte Stunde ausfallen lassen, weil ein Gespräch anstand
  • Wichtiges Gespräch geführt (>20 Minuten)
  • Orga Gespräch zum Probeunterricht
  • Besprechung von zwei Aufnahmefällen
  • Am Ende Übertrittszeugnisse gefunden, die Fehler aufwiesen, Telefonat mit Schulaufsicht, an der Grundschule niemanden mehr erreicht
  • Ablage gemacht
  • Kurze Information über Notbetreuung in den Pfingstferien
  • Erneutes Telefonat mit Schulaufsicht wegen SPRINT und Ganztagsklassen 5 im kommenden Jahr

Tage mit Unterricht sind immer sehr zerfasert. Arbeit bleibt liegen, Telefonate müssen vertagt werden bzw. erreichen mich in dringenden Fällen auch im Klassenzimmer auf dem Handy. Der Übergang von intensiven Gesprächen im Büro zum Pult in einem Klassenzimmer ist mir bisher noch nie gut gelungen. Zumindestens wusste ich aber in letzter Zeit immer, vor welcher Klasse ich grad stehe – was daran liegen könne, dass ich meinen Unterricht aktuell auf eine Klasse verteilt habe – dann geht es nur noch darum, welches Fach auf dem Stundenplan steht.

In diesem Schuljahr mussten wir so oft Unterricht neu und anders verteilen, aus verschiedenen Gründen – Krankheit, Tod usf. – Corona hat es dann komplett eskalieren lassen.

Mein Unterricht wird jetzt eingestellt, weil es eine Abschlussklasse ist, die nach den Pfingstferien in die Prüfungen geht.


Ausschnittsweise:

Die beiden Stundenplanmacher der erweiterten Schulleitung sitzen wöchentlich vor den Stundenplänen der nächsten Woche, weil sich Klassen, Fächer, Kollegen im wöchentlichen Wechsel ändern (und das ist nicht ihre einzige Aufgabe).

Neben einigem anderen

Meine Stellvertreter arbeiten im Bereich Abschlussprüfungsvorbereitung und Aufnahme, sowie Vertretungen, Aufsichten, Ganztag und diese endlose Geschichte der Stornierungen von Klassenfahrten aufgrund von Corona. (Und das sind nicht ihre einzigen Aufgaben)

Neben einigem anderen.

Ich liege in den Endzügen der Probezeitbeurteilungen – danach kommen noch nachgeholte dienstliche Beurteilungen und einige Zwischenbeurteilungen, die noch liegen geblieben sind.

Daneben muss ich dieses Wochenende noch die Anweisungen und Regelungen bezüglich Notengebung, Leistungsnachweisen und dem Vorrücken am Ende des Jahres zusammenfassen und für die Kollegen aufbereiten.

Eine Fragenliste des ÖPR (Personalrat) hat mich erreicht.

Neben einigem anderen.

Corona hin oder her – das normale Programm läuft ja weiter.


Jeden Morgen.

Vortag SL – 20.05. Mittwoch

Auto. Schnell.


Erledigte Aufgaben:

  • Eine Beurteilung geschrieben, zwei Beurteilungen korrigiert und ausgedruckt, für die Unterschriften vorbereitet
  • Mappen auf dem Schreibtisch gesichtet und aufgeräumt und Ablage gemacht (Mappen: Personal, Postausgang, Posteingang, Wiedervorlagemappe, Sammelmappe, Transportmappe für den Weg nach Hause)
  • Bisschen Anmeldungen besprochen
  • Morgens lange Besprechung mit SL, Gedankenaustausch, Abfrage, wer grad was macht
  • Papierform der UP weiter zusammengestellt (TZ-Anträge)
  • Ab 13:45 RSD (Realschuldirektoren) Audiositzung zum Thema Leistungsnachweise und Vorrücken auf Probe (heiße Themen derzeit), dabei aufgeregt; Gesamtdauer: 2 Stunden +
  • Am Ende lange mit Sekretärin über Videos auf YouTube geredet (Thema: Hundefriseurin, Tierhaare)

Heimweg lang, weil noch eingekauft werden musste und es scheint wieder mal, dass ein Feiertag bevorsteht. In der Stadt selbst erinnern nur vereinzelte Maskenträger an diese seltsame Corona-Sache. Schon bei den letzten Radfahrten durch die Stadt fiel mir auf, dass mir nichts mehr auffiel.


Gedankliche Sammlung von dem, was mir bei der Arbeit hilft, bzw. Methoden und Strukturen, mit denen ich mich wohl fühle:

  • Mit der Hand schreiben, auf Papier
  • Mindmapping
  • Pomodoro-Technik

In dieser Woche jeden Morgen die andere Tür zu meinem Büro genutzt, bei dem ich nicht durch das Sekretariat gehe, sondern direkt zu mir gelange. Licht ausgelassen, es ist eh hell genug. In Ruhe den Schreibtisch hergerichtet. Den Computer hochgefahren und die notwendige Software gestartet. ToDo-Liste durchgegangen.

Die (überwiegend schallisolierte) Tür verschlossen gehalten, außer in den Pausen. Ich merke, dass ich nicht nur besser konzentriert arbeiten kann, sondern auch innerlich ruhiger bleibe.

Die KollegInnen werden jetzt per Anruf durch die Sekretärinnen angemeldet.


Ein Kollege der SL sprach heute aus, dass sich noch niemand darüber beklagt hat, dass der Gong ausgeschaltet ist. Mir ist es auch erst in dem Moment aufgefallen, dass es so ist. Und wir unterrichten schon seit drei Wochen.


PS: Heute ist im Lokalteil die Frau in der Zeitung, mit Bild. Bewehrt mit Maske und Einmalhandschuhen verteilt sie das Deutsch-Abitur. An ihrem Geburtstag.

Tagesende SL – 19.05. Dienstag

Auto.

Am Donnerstag werde ich probieren mit dem Rad ohne Handschaltung zu fahren. Werkstatttermin ist erst am 27.5.


Bei der Autofahrt darüber nachgedacht, dass dies der ruhigste Frühling seit Jahren ist. Kein Disziplinarausschuss seit Anfang Oktober („normale “ Anzahl zwischen Januar und Juli: 15-20 Sitzungen), keine Bußgeldbescheide, keine Ordnungsmaßnahmen, kein Ausschluss vom Unterricht. Kein Nachschub für unsere Kiste im Safe mit den schulfremden Gegenständen.

Eine aus Australien stammende Instrumentallehrerin, die ich neu anstellte und die neulich zum ersten Mal da war, zeigte sich überrascht, dass man das Schulhaus „einfach so“ ohne Eingangskontrolle betreten könne. Erzählte ich das schon?

Gestern war sie da, um den Vertrag zu unterschreiben. Dabei fragte sie, ob es irgendwelche Kleidungsvorschriften für Lehrer gäbe innerhalb der Schule – sie kenne das aus Australien. Ich verneinte. Sauber sollte sie sein. Und die SchülerInnen nicht vom Lernen abhalten.

Heute mehrere ruhige Gespräche mit KollegInnen geführt. Geschichten aus anderen Leben gehört. JedeR KollegIn ihr eigenes Universum.


Ich musste nach Anruf aus dem KM die UP (Unterrichtsplanung) noch einmal nachmelden. Ich hatte einen Denkfehler gemacht, daher kamen nicht die richtigen Zahlen bei den Schülern durch. Das war in 30 Minuten gelöst.


Erledigte Aufgaben:

  • Nachmelden der UP
  • Einige Unterschriften von Kollegen einfordern und dabei Gespräche führen
  • Zwei Beurteilungen eröffnen, zwei weitere schreiben, weitere Gespräche
  • Ablage gemacht
  • Ein paar wenige Anmeldungen bearbeitet
  • Organisatorische Gespräche mit meinen Stellvertretern und den anderen Mitgliedern der Erweiterten Schulleitung

Dass der Druck nachlässt, merke ich daran, dass plötzlich neue Ideen an die Oberfläche kommen. Dass alte Pläne wieder auftauchen. Dass, dramatisch-theatralisch formuliert, das wieder Anspruch erhebt, was ich als Ich betrachten würde.

Seit einigen Tagen bin ich dabei – zum x-ten Mal – Struktur in meine Arbeit zu bringen. Nein, das ist keine Koketterie. Ich war früher eher der aus dem Bauch handelnde, von dem ich ja genug besitze. Zahlen, Termine waren für mich immer eher Empfehlungen, aber nicht unbedingt Stressoren.

Angesichts der Tatsache, dass mir meine Arbeit stellenweise auf die psychische und physische Gesundheit geht/ging, sehe ich mich genötigt, für Entlastung zu sorgen.

Und bin dabei wie ein Teenager, der erwachsen wird und endlich das umsetzt, was die Eltern ihm jahrelang gepredigt haben.

Beispiel 1: Tür zu

Eine geschlossene Tür erhöht die Produktivität eines Tages um ein Vielfaches. Ich muss es nicht weiter ausführen.

Beispiel 2: Delegieren

Ich war auch in der Falle, wo ich Aufgaben an mich zog, weil ich dachte, das muss so sein. Und ich konnte sie nicht abgeben, weil ich nicht „faul“ wirken wollte.

Aktuell habe ich Aufgaben abgegeben (die schon lange angefangen und halb brach bei mir lagen) und merke, dass es mir besser geht, da ich nicht nach der Erledigung jeder großen Aufgabe nicht zum Ausruhen komme, weil schon das nächste Ding auf mich wartet.

Und was heißt faul sein? Eine Aufgabe zu delegieren heißt vielleicht ja auch, dass ich sie jemandem gebe, der es besser kann als ich. Und dies aus verschiedenen Gründen, z.B. vielleicht auch, weil er mehr zeitliche Ressourcen hat, mehr Verständnis von Zahlen oder einfach Spaß hat sich in etwas einzufuchsen, was mich eher quält.

Beispiel 3: Pause machen

Heute wieder mal früher gegangen als ich denke, dass ein ordentlicher Chef gehen soll – was ein verquaster Gedanke. Ich war fertig mit meiner Arbeit. Und bin gegangen.

Ich habe heute auch den Gedanken gefunden, dass ich die Chef-Arbeit ebenso betrachtete wie die Lehrerarbeit: Ein Teil wird in der Schule erledigt, ein Teil zuhause. Das führte dazu, dass ich in der Schule zu jeder Zeit verfügbar wurde für das Tagesgeschäft und meine anderen Arbeiten (Beurteilungen schreiben z.B.) zuhause machte, abends, nach 20 Uhr, nachdem ich zwischen 17 und 18 Uhr aus der Schule kam. So geht das nicht weiter.


Ich möchte mir ein eigenes System schaffen aus den Arbeitsmethoden und -einstellungen, die bisher ganz gut funktioniert haben bei mir oder die mich ansprechen. Ich habe noch 15 Jahre Arbeit vor mir.


Symptome der Arbeitssucht (Auszug). Von der Homepage der Anonymen Arbeitssüchtigen.

http://www.arbeitssucht.de/index.html

  • Du beurteilst dich und deinen Tag fast ausschließlich nach der Menge der geleisteten – mehr noch der nicht geleisteten Arbeit
  • Du glaubst, „erst etwas leisten“ zu müssen und dir dein Lebensrecht durch Arbeit beweisen zu müssen

Heute war ein guter Tag.

Tagesende SL – 18.05. Montag

Auto. Fahrrad ist ja ein wenig defekt. Schnell an der Schule. Aber die Autobahn wird nicht schöner.


Morgens vom Kater verabschiedet worden.


Erledigte Aufgaben:

  • Ein paar Anmeldungen erledigt
  • Beurteilungen, drei, auf den Weg gebracht
  • Sideboard hinter mir und die Schreibtischschubladen aufgeräumt
  • Früher gegangen

Die Übermittlung der Unterrichtsplanung am Samstag ist fehlerfrei gelaufen, es gab keine Fehlerrückmeldungen.

Für Insider – die schönen Meldungen:


Heute sind die 5./6. zum ersten Mal gekommen. Schulhaus wird voller. Viele Masken. Ich glaube, die Schüler nehmen es gelassener als wir. Meine Masken sind alle zu klein, vor allem für den Bart. Neue Masken sind bestellt.

Mohameds Maske war zu groß, als ich mit ihm auf dem Gang sprach, rutschte ihm das Ding immer über die Augen.

Ich mache meine Bürotür öfter und länger zu. Experimentiere grad ein wenig mit Arbeitsweisen, Ordnung und wieder mehr mit Papier.

Heute ein untypischer Montag: Keine Hektik, kein gefühltes Durcheinander.

Vortag SL – 15.05. Freitag

Auto. Langweilig. Aber schnell.


Erledigte Aufgaben:

  • Unterrichtsplanung
  • KM Anrufe
  • MB Anruf

Sehr müde. Früh ins Bett gehen, ist nie Option, weil ich abends wieder wacher werde.


Bekenntnis: Eins der größten Probleme, die ich habe in meinem Job, ist das Treffen von Entscheidungen. Und ich meine diese Entscheidungen, die die gesamte so called Schulfamilie betreffen. Dies umfasst das Veröffentlichen (nicht das Schreiben) von Elternbriefen und Lehrerinformationen (wir sind bei Nr. 10 der „Corona“-Information-Elternbriefe), die aktuell laufende Unterrichtsplanung für das Schuljahr 20/21 (sie liegt hier digital vor, ich muss nur noch die Datenprüfung laufen lassen und dann auf „Absenden“ klicken) oder auch nur „Machen wir en Sommerfest oder nicht?“ und vieles mehr. Leicht fällt es mir, wenn ich „Entscheidungen“ sammle (manche nennen das komischerweise „Aufschieberitits“) und sie dann zügig hintereinander treffe.

Wobei es eigentlich nicht um das Treffen geht, die Entscheidung ist eigentlich schon vorher gefallen, es geht vielmehr um das Verkünden und damit um das Fixieren der Entscheidung.

Wenn es dann raus ist, geht es mir besser. Aber ich denke dann doch ab und an, dass es toll wäre, wenn es mir Tage vorher schon besser gegangen wäre und ich das nicht die ganze Zeit hätte mit mir rumtragen müssen.

Und doch: Ich entscheide etwas, was 800 Schüler, 70 KollegInnen und alle dazugehörigen Familien mit betreffen kann. Oder wie heute: Ich entscheide darüber, ob wir im kommenden Jahr die richtigen Lehrer in ausreichender Stundenzahl da haben und hoffe, dass ich nichts vergessen habe.

Aber jetzt drücke ich gleich auf „Absenden“.

Gleich.

Tagesende SL – 14.05. Donnerstag

Fahrrad. Super. Auf der Rückfahrt dann ein gerissener Schaltzug. Das Rad nur eingeschränkt fahrtüchtig. Und ich war extra mal früher von der Arbeit weg.

Nächste Woche erst Werkstatttermin.

Dabei hatte ich mir gestern erst einen Fahrradanhänger bestellt. Aber der wird dann wohl kommen, wenn das Rad wieder heil ist.


Erledigte Aufgaben:

  • Elterninfo Corona 10 geschrieben
  • Lehrerinfo Corona 10 geschrieben
  • Unterrichtsplanung fast zuende gebracht (Montag 10 Uhr ist Abgabe)
  • Gespräche KM
  • Nachmelden von Dingen, die ich vergessen habe
  • SL-Sitzung
  • Beurteilungsgespräche
  • Gespräch Schulaufsicht

Wenig Schlaf irgendwie immer noch. Merke ich an der Antriebslosigkeit und dass irgendwann die Kopfschmerzen einsetzen. Ein Mischung von nicht ins Bett kommen und nicht durchschlafen können.


Es ist ein wenig wie im Dezember. Alles ist durcheinander und ich versuche Zuversicht und Gelassenheit auszustrahlen. Gelingt nicht immer.


Was war gut heute? Bilder am Rande der Strecke, als das Rad noch lief.

Tagesende SL – 13.05. Mittwoch

Fahrrad. Sehr kalt. Hände und Füße waren ein Problem. Da muss ich dran arbeiten.


Erledigte Aufgaben:

  • Unterrichtsplanung (Prüfung ergab nur wenige Fehler – morgen muss die Personalanforderung erledigt werden und ein Checkup der Budgetstunden, Montag ist Termin)
  • Versch. Gespräche mit Kollegen: Beurteilung, Pilotklassen kommendes Jahr, Prüfungen
  • Exegese der aktuellen KMS zum Thema Notengebung
  • Online-Anmeldung finalisiert, Verschlüsselungsproblem gelöst, aber nicht sehr zufriedenstellend

Um 10 Uhr die Online Anmeldung scharf gestellt. Bis jetzt (22 Uhr) grob sauber gerechnet knapp unter 87 Anmeldungen.


Es fehlt ausreichend Schlaf.


Es müssen noch Beurteilungen geschrieben werden. Heute nicht mehr.


Stimmung bessert sich von Tag zu Tag. Fahrradfahren hilft.

Tagesende SL – 12.05. Dienstag

Fahrrad. Kalt. Erst Nebelfeuchte auf den Armen, die dann am Ende des Waldes schon Raureif war. Am Nachmittag immer noch kalt, aber Sonnenschein. Nürnberg zeigte sich von der besten Seite.


Gestern kam ich mit dem Auto trocken nach Hause, aber eben auch spät. Nach einem 7 km Stau auf der A3. Das Ende eines Schultags, der ohnehin dazu führte, dass ich mich am Ende wieder nur zerschlagen und stellenweise verwüstet fühlte. Weil jede Stunde was kam und weil ich auch irgendwann nicht mehr genug aufwenden konnte, um etwas entgegenzusetzen. Und weil es abends weiterging.


Schlafen ging, wenn auch weniger als 6 Stunden.


Trost: Den ersten Golftermin des Jahres ausgemacht. Die drei Tattootermine, die schon festgelegt waren, werden nicht verschoben, sondern finden statt.


Erledigte Aufgaben:

  • morgens an der Schule gewesen, die wir zum Abschluss hin betreuen
  • Verschlüsselung und Probleme mit der dazugehörigen Technik gelöst (benötigen wir für die Online Anmeldung)
  • Unterricht vier Stunden
  • Unterrichtsplanung weiter geführt
  • mehrere Gespräche mit KM und Schulaufsicht
  • Mehrere Gespräche mit KollegInnen
  • Beurteilungen geschrieben (noch gestern Nacht)

Später am Abend gestern noch eine Email einer Schulleitungskollegin bekommen. Ich hatte vergessen, was zu schicken. Im Verlauf kam heraus, dass wir grad dasselbe machen (Beurteilungen schreiben) zur selben Zeit (nach halb neun abends) – sie aber in der Schule sitzt.

Tagesbeginn SL – 11.05. Montag

Mit dem Auto. Es ist Schnee angekündigt (ha!). Aber auch mal schön, für ein paar Kilometer auf 200 hochzudrehen. Weniger als 30 Minuten zur Schule gebraucht, das ist auch mal was.


Die neue Woche beginnt mit der Hälfte der 9. Klässler. Dann schichtweise und gruppenweise weiter. Ab kommender Woche dann 5./6. Klasse in Gruppen. Auf Insta schreiben mir SchülerInnen aus der 6. Klasse, dass sie die Schule vermissen. Und natürlich ihre Freunde.

Ich könnte mir andere Planungen vorstellen für diese Wochen. Und ja, es würden sicher nicht Noten und Zeugnisse dazu gehören. Aber mir ist bewusst, dass man ein Schulsystem, welches auf Gesetzen beruht, nicht einfach so über Bord kippen kann. Aber mir ist auch klar, dass jetzt die beste Zeit wäre, auch mal Parallelgedanken zu entwickeln.


Spotify: Playlist auf der Basis meiner zuletzt gehörten Musik. Schräg manchmal. Ich wundere mich, was ich für Musik gehört habe. Aber zwei neue Favoriten.


Aufgaben heute:

  • Unterrichtsplanung
  • Ein oder zwei Beurteilungen fertig machen
  • Ein oder zwei kritische Emails schreiben als Antwort auf Anfragen
  • Online Anmeldung als Verfahren durchsprechen

Morgen hoffentlich wieder Fahrrad.

Tagesbericht SL – Donnerstag, 07.05.

Fahrrad. Schon gestern erlebt, zum ersten Mal: Dicht vor mit bricht ein Reh aus dem Wald rechts, schlittert über den gekiesten Waldweg und verschwindet links im Wald. Wir waren beide erschrocken.

Später breche ich rechts aus dem Wald, schieße über die Bundesstraße, um in den Pegnitzauen abzutauchen. Jedenfalls von einem Autofahrer aus gesehen, der von Osten nach Nürnberg rein fährt.


Noch nicht im Büro, sondern in der Teeküche der Schule sitzend, die wir als externe Bewerber der Abschlussprüfung betreuen. Die Annalen der Schule führen auf, dass Sandra Bullock hier mal Schülerin war, u.a..


Aufgaben für heute:

  • Unterrichtsplanung
  • KM anrufen wegen Personalangelegenheiten
  • Gespräch Personalrat
  • Briefe formulieren für Lehrer und Eltern bezüglich des neuen KMS und den 9. Klassen, die dann ab Montag kommen sollen
  • Kleinkram

Bin weiterhin aktuell sehr dünnhäutig. Das macht mir Sorgen. Gestern noch mit Kollegin gechattet, die mir dann doch das Gefühl gab, dass ich nicht der einzige bin, der am Rudern ist.


Worauf ich mich freue: Am Wochenende angeln zu gehen und ab nächster Woche dann endlich die Möglichkeit wieder auf dem Golfplatz zu stehen.

Tagesbeginn – Mittwoch, 06.05.

Fahrrad. Im Wald wurde endlich das durch Holzerntefahrzeuge ramponierte Stück repariert. Sehr kalt heute. Nach 10km stehenbleiben, Hände aufwärmen trotz Handschuhen. Aber keine Eiszapfen im Bart – das kenne ich vom letzten Jahr, wenn die im Schulhaus auftauen und ich alles volltropfe.

Wichtig ist, dass die Versorgungsstation in der Fußgängerzone ein Schild hat. Die ersten Mal vorbeigefahren, weil ich dachte, es wäre zu. Breze mit Emmentaler, Breze mit Schnittlauch auf Butter.


Gestern war Frau böse. Ich habe nicht rechtzeitig gemerkt, dass ich schon wieder im Modus des Getriebenen bin. Abends noch schnell was machen, Schulhomepage, muss noch sein. Und dann wieder die Gefahr nur 6 und weniger Stunden schlafen, wie die Nacht vorher. Kopfweh.

Heute aber mehr geschlafen. 6:42 sagt die Uhr.


1,5h an der Schule. Alle zehn Minuten unterbrochen werden. Telefongespräche. Input, Input, Input. Noch keine Post aus dem KM, außer den Verlautbarungen der Pressekonferenz. Natürlich habe ich eine Meinung dazu. Natürlich.


So, muss los jetzt.