#wasmachteigentlichderchef 25.11.

Fahrrad. Kälter und noch mal dunkler. 6km am Rand der Landstraße, ab und an ein Auto.

Dazu: Wollte ausprobieren, wie es sich mit Casual-Kleidung radelt – ich ziehe mich nicht um in der Schule, finde das seltsam, laufe also an Rad-Tagen her rustikal im JackWolfskin-Look herum – schnell festgestellt, dass sich eine Jeans vielleicht dicker anfühlt, die Wanderhose aber winddicht ist.

Als richtiger Kauf hat sich die Sturmhaube erwiesen.

Die nächsten Tage soll es nachts unter den Gefrierpunkt gehen. Ich warte auf bestellte Winterkleidung fürs Radfahren und werde erst kommende Woche wieder radeln. Habe heute schon den ganzen Vormittag gefroren.


Erledigte Aufgaben

  • Einige Briefe
  • Vertragsunterzeichnung
  • Besprechungen länger:
  • Sozialpädagoge
  • Kollege wegen Leistungsnachweis
  • Paar Emails
  • Unterlagen zusammengesucht und geheftet dass sie greifbar sind:
  • Rahmenhygieneplan
  • Arbeitsschutzbestimmungen
  • Wollte Briefing schreiben und rumschicken, hat nicht geklappt, mache ich morgen gleich als erstes

Mittags die Schule verlassen. Heimgeradelt. Wollte mal in Ruhe ein paar Sachen durchdenken, Gespräche vorbereiten. Aufs Sofa gesetzt zum Lesen, ins Koma gefallen, wie ich’s nenne. Eine Stunde später aufgewacht.

Ich frage mich, wie ich mich in der Schule wach halte. So müde fühle ich mich da nie.


Heute Abend Pressekonferenz erwartet, geschaut, nicht schlauer gewesen. Muss auf die bayerischen Konkretisierungen warten. Ich weiß nur, dass Nürnberg bei etwa 266 liegt. Das seit Tagen. Wochen?

Heute kamen vormittags wieder einige Meldungen von Eltern, die infiziert sind. Geschichten werden ausgetauscht von länger anhaltenden Krankheitsbildern.

Manchmal brauche ich Pause und wenn auch nur, um mal in Ruhe ins Koma zu fallen.

#wasmachteigentlichderchef 24.11.

Fahrrad. Kälter als gestern – und dunkler. Unglaublich wie dunkel es werden kann. Den Wald gemieden. Schöne Fahrt,


Erledigte Aufgaben

  • Zwei Stunden Unterricht Sozialkunde 10. Klasse: US-Wahlen Wdh., amerikanische Verfassung, Vergleich mit deutscher Verfassung, Tagesschau in 100 Sekunden, aktuelle Ereignisse
  • Gespräche über Personalversorgung
  • Gespräche über Quarantänefälle
  • Gespräche übers Fahrradfahren
  • Mehrere Emails beantwortet (etwa 15)
  • Absprache Sportfachschaft über aktuelle Situation
  • ASV Matrix ergänzt, bzw. Änderungen eingepflegt
  • Unterschriften
  • Ablage
  • Postausgang
  • Pressekonferenz nachgelesen


Aktuell zwei Realschulen im Umkreis komplett geschlossen.

#wasmachteigentlichderchef 23.11.

Fahrrad. Regen. Trotzdem der eigentlich durch die Apps abgesagt wurde. Wieder den richtigen Zeitpunkt verpasst abzusteigen und Regenkleidung anzuwerfen.

—-

Erledigte Aufgaben

  • Telefonat Mensa
  • Ablage Leistungsnachweise
  • Personalordner weiter gesichtet
  • Beurteilung neu aufgearbeitet
  • Zwei Stunden Unterricht 7. Klasse, viel geschimpft
  • Emails beantwortet
  • Wurschteln, was das Zeug hält

Hinfahrt noch durch den Wald, Rückfahrt nicht mehr. Zu schlickig , zu unsicher. Reifen sind nicht gut geeignet.

Das Heim-Dorf erreicht im Nebel, bisschen Mordor-Filter.

#wasmachteigentlichderchef 20.11.

Auto. Musste einen Topf zurückbringen, den ich letzten Sonntag zum Einmaischen benutzt habe. Und es war Freitag.


Erledigte Aufgaben:

  • die bisher nicht gefundenen Unterlagen mit KM besprochen, nicht so wild, kann ersetzt werden
  • Elternbrief geschrieben
  • schwieriges Problemgespräch mit einem Personal geführt, verfolgte mich gedanklich bis in den Abend, also wie immer
  • Unterricht 10. Klasse Sozialkunde
  • Sitzung Schulleitung, mit Kollegin aus der Quarantäne zugeschaltet über Teams – fast schon normal – also Quarantäne wie auch Zuschalten von Kollegen auf diese Art und Weise
  • Sitzung Hygiene- und Sicherheitsbeauftragter über aktuellen Rahmenhygieneplan

Die Woche empfand ich für mich – und nur für mich schreibe ich ja hier – als sehr stressig, trotz des „freien Tages“. Stressig ist, dass ich quasi auf Abruf da sitze, versuche normale Schultage hinter mich zu bringen und dennoch weiß, dass irgendwas irgendwoanders besprochen und entscheiden wird, bald oder erst morgen oder sonstwann, was nicht unerhebliche Auswirkungen auf meinen Berufsalltag und den Rest auch irgendwie haben wird.

Im Unterricht der zehnten Klasse merke ich es besonders im Unterrichtsgespräch. Sowas fiel mir eigentlich jahrelang leicht: Gedanken rauslocken, aufgreifen, weitergeben, entwickeln. Jetzt stocke ich an zwei Stellen und benötige eine unendlich gefühlte Zeit, um wieder in den Gedanken und dann ins Gespräch zu kommen. „Den Faden verloren“ trifft es nicht ganz. Eher eine Mischung aus Blackout und Flashback vorangegangenen Gespräche außerhalb des Unterrichts.

Tweet-Screenshot vom 22. November

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das unbeeindruckt lässt. Ebensowenig wie die Vorgänge auf Demos und im Bundestag.


Fahrrad ist aufgeladen. Eine Zusatzleuchte für das Fahrrad liegt bereit. Es soll erst regnen, wenn ich in der Schule angekommen bin. Ich freue mich.

In einem Thread im E-Bike-Forum auf eine Firma gestoßen, die spezielle „Handschuhe“ herstellt, die auch für Schneemobile entwickelt wurden. Das klingt interessant.

Überlege auch Winterreifen zu besorgen.

Die letzten Tage war es morgens frostig, besonders heute. Aber wir hatten eh keinen Termin für den Golfplatz mehr bekommen, aufgrund der neuen Coronabestimmungen. Also nur ein wenig Training auf der Range.

Ich fange an zu labern. Gute Nacht.

#wasmachteigentlichderchef 19.11.

Auto. Will das Bier sicher nach Hause bringen. Habe einen Brautopf im Auto, den ich abgeben will.

Die Auffahrt von der A3 auf die A73 ist gesperrt – ich erinnere mich zu spät – fahre Umleitung über Erlangen-Bruck.

Anflug auf die Schule. Links der Quelle-Turm oder wie ein Kollege von außerhalb neulich meinte „der O2-Turm“. Nur noch rechts ab und schauen, dass ich ungehindert durchkomme.

Erledigte Aufgaben

  • Briefing für die KollegInnen weiter geschrieben
  • Ansonsten Gespräche den ganzen Tag, telefonisch, im Büro, auf dem Gang, im Stehen, im Sitzen, im Vorübergehen
  • Gefühlt keine zehn Minuten Ruhe gehabt
  • Gefühlt nichts zuende gebracht habe, außer den Elternbrief dann irgendwann am Nachmittag
  • Ich suche immer noch die Unterlagen

In der Dämmerung los, im Dunklen heim. Heute wäre auch kein guter Tag fürs Fahrrad geworden.

#wasmachteigentlichderchef 17.11.

Fahrrad.

Kurz vor Austritt aus dem Wald, der Scheinwerfer steht so hoch im Wald, weil es morgens einfach zu dunkel ist und ich sonst die Wegabzweigungen zu spät sehe. Manchmal lasse ich ihn ein Stück noch so hoch auch am Pegnitzgrund, um die Jogger zu blenden (zu erkennen) , die in durchgehend schwarzer Kleidung laufen.

Erledigte Aufgaben

  • erste Stunde Vertretung in 5. Klasse, halte Englisch nach den Vorgaben des Kollegen in Quarantäne (der offenbar viel Vertrauen in mich hat), stelle fest, dass es schwer ist mit Maske den Kindern das „th“ nahe zu bringen
  • Lesen von einigen Anordnungen der letzten Zeit
  • Telefonat Gesundheitsamt, ich hinterlasse meine private Handynummer für die kommenden Wochen und Fälle
  • Schriftliche Überarbeitung des Meldeverfahrens an der Schule
  • Formulieren Elternbrief (Nr. 4 in diesem Jahr, letztes Jahr habe ich es nach meiner Erinnerung auf 17 gebracht, normal sind 6 oder 7)
  • Bestellung von FFP2 Masken in die Wege geleitet für die KollegInnen, weil nach Auskunft von Gesundheitsamt diejenigen KollegInnen, die eine solche tragen, nicht als KP1 (Kontaktperson), sondern KP2 eingestuft werden und entsprechend nicht in Quarantäne müssen (allen ist klar, dass Quarantäne nicht gleichzusetzen ist mit Ferien)
  • Einleitung des Fernunterrichts (Sekretärinnen rufen an und erinnern einzelne SchülerInnen daran, bzw. deren Eltern)
  • Gespräch Verbindungslehrerin über einige Problemfälle
  • Blutdruckmessen im Büro: Seit Tagen stabil, im Normbereich.
  • Telefonat Mensabetreiberin: Belegschaft hat Coronafall, es steht die Quarantäne im Raum – damit würde die Mensa für zwei Wochen ausfallen (wir haben drei Ganztagsklassen); weiterhin scheinen die bisherigen baulichen Maßnahmen in der Mensa zum Infektionsschutz nichtig auszureichen, es bleibt die Frage, wie man nach der Quarantäne verfährt
  • ich greife zu einem seltenen Mittel und schreibe eine Sammelemail an verschiedenen Stellen der Stadt und Schulaufsicht, weil das doch ein mittelgroßes Problem darstellt und wir Hilfe brauchen
  • Suche seit letzter Woche in meinem Büro nach Unterlagen, die ich verlegt habe und die das KM gern möchte

Im Dunkeln morgens losgeradelt, im Dunkeln wieder heimgekommen. Sowohl auf der Hinfahrt wie auf der Heimfahrt viel gegrübelt.

#wasmachteigentlichderchef 16.11.

Fahrrad. Ich bin ja selten sehr pathetisch. Aber

In der Morgendämmerung mit dem Rad in die Dunkelheit des Waldes einzutauchen, ist ein wahrhaft göttlicher Moment.

Schon hell in Nürnberg.

Erledigte Aufgaben

  • Da wir schon gestern am Sonntag die Info über eine infizierte Schülerin bekommen haben, gab es Vorabsprachen, wir fangen an zu organisieren, u.a. ich entscheide schon am Sonntag nach Rücksprache mit den anderen Mitgliedern der SL, auch wenn es mir nicht zusteht, dass die Klasse vorläufig nicht in die Schule kommt, entsprechend unseren Vorerfahrungen mit Anweisungen des Gesundheitsamts
  • Versucht morgens das Gesundheitsamt zu erreichen wegen der Schülerin – vergeblich
  • Unterricht 7. Klasse Geschichte
  • Während des Unterrichts: Sekretärin hat GA erreicht, Stellvertreter, Sozialpädagoge und ich sprechen uns kurz auf dem Gang vor den Klassenzimmern ab
  • Gleichzeitig und sehr spät erfahren wir von einem infizierten Schüler aus einer anderen Klasse, der aber schon letzte Woche nicht vollständig in der Schule war, trotzdem das gesamte Quarantäneprotokoll noch mal
  • Elterninfo schreiben, Quarantänebrief ergänzen
  • Schulhomepage ergänzen, Elterninfo rausschicken
  • Info an Gesundheitsamt, Meldung an Schulaufsicht und KM
  • Stellvertreter informiert KollegInnen, die in Quarantäne müssen, schickt sie nach Hause
  • Sekretärinnen rufen die Eltern einzeln an und informieren sie, gleichzeitig schreiben sie Kontaktlisten für das Gesundheitsamt
  • Irgendwann schauen wir uns nur noch an und lachen, rollen mit den Augen – anders gehts nicht

Unterm Strich: Quarantänemaßnahmen blockieren ein Sekretariat und eine Schulleitung für einen ganzen Schultag.


Mit dem Fahrrad heim. Morgens im Dunkeln losgefahren. Abends im Dunkeln heimgekommen.

#wasmachteigentlichderchef 12.11.

Auto. Weil halt.

Wollte gestern noch ein Selfie in den Äther schicken und Timo Off grüßen, er weiß schon warum, aber ich bin kein Freund von Selfies. Nach dem gestrigen gestern aber gleich entschlossen, am Wochenende zum Barber zu gehen – für das kleine Männerpaket (ohne Gesichtsmaske und Whiskey).


Erledigte Aufgaben

  • Briefe und Dokumentation für Leistungsprämie Corona ausgefertigt und angelegt
  • Daily
  • Unterrichtsbesuch bei der Teamlehrkraft, auch Nachbesprechung
  • RSD-Tagung Audio, Online
  • ÖPR Gespräch
  • Mit der Sekretärin Masken ausgesucht für die Kollegen
  • Im Hinausgehen zum Feierabend noch ein Telefonat bezüglich Coronainfektion in einer Familie, kurz Blutdruck, aber alles im grünen Bereich für die Schule
  • Beurteilungen und Personalakten weiter gepflegt
  • KM-Telefonate
  • Telefonat mit einem Kollegen RSK und einem Kollegen RSD

Heute wieder das Pomodoro-Ding versucht. Heute ein Tag, wo ich oft nicht einmal 15 Minuten ungestört war. Wenn das drei Stunden läuft merke ich, dass ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann.


Übrigens: Gestern auf der Heimfahrt dicke Verkehrssuppe gehabt. Entschieden spontan mal in den Discounter nahe der Schule zu schauen, weil dort ein ehemaliger Schüler von mir grad eine Ausbildung macht. Ich hatte ihm versprochen, dass ich ihn mal besuche.

Ein bisschen geschwatzt am Alkoholregal beim Einräumen. Er hatte Feierabend, sagte, wo er wohnt, was überraschend auf meinem Weg lag. Ich nahm ihn mit. Er freute sich über die Fahrt. Wir redeten weiter, zeigten uns grob, wo wir schon in Nürnberg gewohnt haben. Sprachen über Führerscheinmachen in Nürnberg. Er war vielleicht ein bisschen stolz im Auto des Direktors mitgenommen zu werden. Ich weiß jetzt ein bisschen, wie die Ausbildung beim Discounter läuft.

Er sagte, dass eine Mitarbeiterin ihn noch angesprochen hätte, dass es etwas auffällig seltsam gewesen sei, dass ein Mann im Anzug am Alkoholregal im Eingang stand.

Nachvollziehbar, dass ich spätestens jetzt der Ehrendirektor bin.

#wasmachteigentlichderchef 11.11.

Auto. Habe ich gestern erklärt. Der Bäckereifachverkäufer, bei dem ich Vesper kaufte für die Lehrprobenbesprechung heute, verabschiedete sich mit einem „Viel Erfolg bei den heutigen Geschäften“ – so sehr wirkte mein Outfit mit Krawatte und Wall-Street-Hosenträgern.


Erledigte Aufgaben:

  • Lehrprobe plus Besprechung 2,5h, „wir“ haben eine gute Note bekommen
  • danach Altlasten abgearbeitet: Beurteilungen, Austausch von Beurteilungsseiten, Telefonate, Postausgang
  • Abends das Briefing fertig gemacht und versendet

Stichwort Arbeiten

Ein Anruf heute wie viele. Beginnend mit: „Ich weiß Herr Kuban, es ist viel geboten derzeit, aber denken Sie bitte an…“

In diesem Fall empöre ich mich nach innen. Das habe ich doch gemacht, in den Tagen bevor ich krank war. Auf jeden Fall. Aber hundert Pro.

Nachdem ich die betreffende Datei im Computer gefunden habe, schicke ich ein Fax: „ Hallo Frau…., bitte entschuldigen Sie, aber es war der aktuell übliche Dreiklang bei mir: Arbeit anfangen, unterbrochen werden, vergessen.“

Die Datei, die die nachgefragte Meldung beinhaltete, brach mittendrin ab.

Ich weiß, dass es so läuft. Es gibt so mehrere Zustände von Arbeiten in meinem Büro:

  1. Tagesaktuelle Dinge, die einfach auf dem Tisch liegen (Post z.B. oder Notizen, die ich mir handschriftlich gemacht habe), weil der Tag sie da hinschwemmt
  2. Arbeiten, wo ich den ersten Schritt gemacht habe und dann unterbrochen wurde. Und die liegen jetzt da und ich weiß nicht mehr, wie es weitergehen sollte.
  3. Aufgaben im Endstadium, wo ich den letzten Schritt noch nicht gemacht habe. Manchmal ist die Mappe voll, dann muss ich sie einfach mal beenden, weil kein Platz mehr ist.
  4. Unangefangene Arbeiten ohne Deadline, die da sind, ich weiß es, die ein schlechte Gewissen erzeugen. Dauerhaft. Und ich weiß nicht, warum ich sie nicht endlich erledige.
  5. Arbeiten, die ich einfach vergessen habe.

Ich weiß, dass mir bestimmte Sachen schwer fallen:

  1. Prioritäten zu setzen bei Aufgaben, die auf meinem Tisch landen.
  2. Die Aufgabe weiterzuleiten an jemanden, der sie besser bearbeiten kann als ich, weil er mehr Ahnung hat oder mehr Zeit.
  3. Aufgaben in einem Zug durchzuführen, weil in der Zwischenzeit neue Aufgaben kommen und Dinge und Menschen um meine Aufmerksamkeit buhlen – von letzterem gibt es viele.
  4. Bestimmte Aufgaben abzuschließen, vor allem wenn sie die ganze Schule oder auch nur das ganze Kollegium, alle SchülerInnen oder Eltern betreffen. (Können Sie sich vorstellen, wie schwer es ist, einen Elternbrief zu beenden und zu verschicken? Wenn der mal draußen ist, bekommen sie den nicht wieder rein.)

Was ich grad probiere (besser: wiederentdecke) an Möglichkeiten, um dem Herr zu werden:

  1. Pomodoro-Methode. Also sich Slots einrichten von überschaubarer Dauer und in dieser Zeit nur mit einer Aufgabe beschäftigen. Da gibt es jede Menge Apps für. Ich nutze aktuell Forest, weil man da so schöne Bäume pflanzen kann. Außerdem hat sie eine Deep-Work Einstellung, bei der man das Handy nicht mal anschauen darf, während man arbeitet (man wird dann angemault). Nach meinen Erfahrungen von neulich habe ich die eingestellte Zeit von 25 Minuten (das klappt zuhause gut) auf 15 Minuten in meinem Büro umgestellt. Also die Zeitdauer in der Schule, in der ich ungestört bin – aller Wahrscheinlichkeit nach. Der Tag ist so in 15 Minuten Einheiten unterteilt – ehrlicherweise schaffe ich nicht viele solcher Slots. Aber innerhalb dieser Slots bin ich sehr effektiv und produktiv. Das weiß ich.
  2. Tür im Büro zumachen. Auf Klopfen nicht reagieren, keine Telefonate annehmen, wenn ich an einer Sache arbeite.
  3. Schreibtisch möglichst frei halten, Mappen reduzieren, weniger Bildschirme (habe heute den zweiten Bildschirm weggestellt).

Es gibt noch mehr. Aber ich weiß auch, dass ich erstmal mit wenigem weitermachen sollte.

Zum Beispiel jetzt mit Schlafen.

Aber schnell noch die Anmerkungen zur Beurteilung der Lehrprobe von vor den Ferien endlich versenden.

Jetzt aber.

#wasmachteigentlichderchef 10.11.

Fahrrad. Kühl. Feucht, sehr. Nicht so kalt wie gestern, kein Frost. Sehr neblig, dachte ich, bis ich merkte, dass meine Brille so unglaublich beschlagen war. Dann entspanntes Radeln. Im Wald zum ersten Mal eine Läufergruppe von Kopflampen getroffen. An einer Stelle in der Dunkelheit fast das Abbiegen verpasst.

Eine Bitte an alle Hundebesitzer: Lasst beim Stockspiel im Wald nicht einfach den Stock mitten auf dem Weg liegen. Dass er mir beim Drüberfahren gegen das Schienbein schlägt ist eins – ich möchte sowas nicht in den Speichen haben. Danke.

Waldstimmung. Morgens.
Auf der Brücke.

Gleich mal ‘n paar Trakl-Gedichte rezitieren.


Erledigte Aufgaben:

  • eine Stunde Unterricht (Stillarbeit) in Sozialkunde 10. Klasse
  • Zweite Stunde Vorstunde für Lehrprobe
  • Ein paar Altlasten erledigt: Einzelseiten Beurteilung ausgetauscht, Akten durchgeschaut, alte Personalakten beiseitegestellt (bis auf den von dem Kollegen, der vor einem Jahr gestorben ist)
  • KM telefoniert, Personalangelegenheiten
  • Gespräch mit ehemaliger Schülerin
  • Stichworte für das Briefing zusammengeschrieben
  • Andere Behörde versucht zu erreichen, mehrfach, weil sie mich erreichen wollte, kein Kontakt
  • Kleinere Besprechungen mit allen Mitgliedern der Schulleitung, nacheinander, dann mit der iPad-Klassenleiterin
  • Gleich, wenn ich hier fertig bin, schreibe ich noch das Briefing

Den ganzen Tag schlapp gefühlt. Wenig Schlaf (um halb vier wach geworden, nicht wirklich mehr tief geschlafen danach, Apnoe-Gerät abgenommen, geschnarcht, Kopfschmerzen bis jetzt eigentlich, IBU, der ganze Salat halt). Mir ist kalt. Ich bin müde.

Morgen ohne Fahrrad. Es ist Lehrprobe, ich möchte im Hörbuch weiter kommen. Für die Nachbesprechung der Lehrprobe besorge ich was vom Bäcker. Werde wohl mal den Schlips anwerfen, das wird den Reffi vollends fertig machen. Sind sie ja nicht gewöhnt von mir. Und durch den Wegfall aller Sonderveranstaltungen habe ich kaum die Möglichkeit, mich mal in Schale zu werfen.

Hab ich von dem Reffi letztes Jahr erzählt? Der im ersten Gespräch mir gegenüber saß, im Hochsommer – und mich ernsthaft fragte, ob ich eigentlich was gegen sichtbare Tattoos und kurze Hosen hätte als Lehrer. Ich breitete als Antwort die Arme aus und schaute an mir herab.

Jedenfalls hatte ich zu Beginn meiner Regentschaft mal dem Kollegium gesagt, dass ich meine Unterrichtsbesuche nicht wirklich ankündige, aber sie darauf schauen sollten, wenn ich ein Jackett anhabe – dann wäre der Tag für Unterrichtsbesuche. Mal sehen, ob sie morgen nervös werden, wozu, ich betone es ja auch immer wieder, absolut kein Grund besteht).


Bestellte FFP2-Masken sind gestern gekommen, will sie mindestens bis Weihnachten benutzen. Tragekomfort günstiger für die Brille. Mehr Platz für Mund und Nase. Sichereres Gefühl.

#wasmachteigentlichderchef 09.11.

Morgens irgendwann wach geworden, war zu früh, hab ich gemerkt, umgedreht. Versucht einzuschlafen. Irgendwann befürchtet, dass ich den Wecker nicht gestellt habe. Handy angetippt: 4.47 Uhr. 5:15 aufgestanden, vor dem Wecker.

Fahrrad heute. Im Dorf knapp über 0 Grad, in Nürnberg dann nach 10km frostig. Finger taten nach de Hälfte weh. Unter die Arme gesteckt kurz, dann ging es. Dunkel im Wald. Holzernte hat begonnen, Wege stellenweise ätzend.

Es gibt wieder Sonnenaufgänge.
Rückfahrt, Winterausrüstung.

Erledigte Aufgaben:

  • Diszibescheid getippt, Vorentwurf
  • Gespräche:
    • Stellvertreter
    • Erweiterte Schulleitung
    • Verbindungslehrerin
    • Hausmeister
  • Zwei Stunden Unterricht 7. Klasse Geschichte
  • Emails beantwortet
  • KMSe gelesen
  • Delegiert

Erledigte Aufgaben sehen heute wenig aus. Mir war heute kalt, ich war hungrig und müde. Ganz schlechte Mischung.

An ein paar Sachen erinnert worden, die ich verdrängt hatte. Puh. Dumm.


Coronamaßnahmen. Ein KMS mehrfach gelesen, in dem es darum ging, wie man Religionsunterricht/Ethik durchführen kann, ohne die Klassen zu mischen. Es werden vier Konzepte vorgestellt, die so komplex sind, dass ich das Gefühl habe, da steckt Absicht dahinter. Es geht um Grundgesetz, Notengebung, kirchliche Behörden. Komisch, dass Islamunterricht nicht erwähnt wird – den es bei uns seit den Anfängen gibt. Es wären also 4 Konfessionen, Religionen, Weltanschauungen zu vereinbaren.

Den Hygieneplan habe ich noch nicht ganz gelesen heute. Ich war einfach zu kaputt. Das Wesentliche habe ich per Mail rumgeschickt. Der Rest muss morgen reichen.


Eine Referendarin aus dem letzten Jahr hat sich gemeldet per Videobotschaft, und zwar von der Insel Lesbos aus einem Flüchtlingslager, wo sie nach Ende des Referendariats ein Jahr lang arbeitet. Ich bin gerührt. Ich atme tief durch. Darf ich stolz sein auf sie? Oder wie sagt man das sonst?

Die SMV organisiert eine Spendenaktion für Wärmflaschen für dieses Camp.

So kann ein Montag nach den Ferien ruhig enden.


Bereite noch Unterricht vor für morgen. Und vielleicht noch KMS lesen.

#dumusstjazeithaben

Habe mich daran erinnert, dass ich am 31.10.2010 meinen ersten Blogeintrag geschrieben habe. Kubiwahn.de existiert als Domain schon seit 2003, der Vorgänger war www.der-kubi.de seit etwa 2000.

(Kubiwahn.de 2004 auf postnuke)

2010 war ich schon ein Jahr in der Schulleitung als zweiter Konrektor und hatte mir grad die Dreadlocks abgeschnitten – auch weil sie offenbar keine Hürde für meine erfolgreiche Bewerbung gewesen waren.

Angefangen hat es mit HTML-Handarbeit, weil ich meine erste Stelle weiter entfernt von Nürnberg antrat (heute verzichtet man übrigens eher auf eine Stelle als in die Provinz zu gehen oder wenn der Staat die Frechheit besitzt, keine Schule direkt neben dem Eigenheim zu errichten, wobei dann muss man sich ja über den Lärm und den ständigen Gong beschweren, ach…) und mir langweilig war, weil ich nur eine 2/3 Stelle besetzte und sonst niemanden kannte.

Dann probierte ich ab 2003 phpnuke oder postnuke. Vgl. Screenshot oben.

Dann eine andere CMS-Software: Conpresso. Mit der habe ich auch Schulhomepages programmiert.

Dann lag die Domain lange brach.

2010 kaufte ich eins der ersten iPads und es ging eigentlich alles recht schnell. Ich las Herrn Rau zu der Zeit und Felix Schaumburg und Jochen Englisch, ohne genau zu wissen, was sie da machen.

WordPress installiert auf meinem Webspace. Und seitdem läuft das Ding.

Nebenbei kam Twitter dazu, Instagram.

Obwohl ich – immer noch – die drei Herren oben sehr schätze, hat mich Miguel Guhlin aus Texas anfangs sehr beeinflusst, bzw, ein Gedanke, den ich bei ihm zum ersten Mal gelesen habe und der für mich, neben allen persönlichen Befindlichkeiten meines und denen der anderen Lehrer-Blogs, weiterhin im Zentrum steht.

Miguel Guhlin hier und hier und hier.

Dort schrieb er:

WHY JUMP IN?

Christopher Parsons shares that we need to do four things with the overwhelming amount of unorganized content — information, ideas, tips and how-to’s, and personal information — we receive; the kind of content that might be useful in the future but today might be thrown away or filed away in a way — paper notes, e-mail, bookmarks — that would not be useful and would probably be forgotten. Those four things are:

  • Read: Read/watch/listen to the entirety of the content that you are presented with.
  • Evaluate: Consider what the content means to you, and whether or not it is a source of information that intuitively seems appropriate/acceptable for a task at hand.
  • Critique: Moving beyond evaluate, seriously reflect on the material and then form your own opinion of it.
  • Write Share your critique with others, so they can engage with you and the original content to develop a cohesive knowledge-product.

In the past, reading, evaluating, and critiquing were done to different degrees by each of us individually. It was rare that any of us actually published our critiques for others to read. Now, it is possible for me to share how what I read, evaluate, and critique connects with my own personal learning and schema. That’s powerful, because individuals like you and me now have the power to publish at will to an audience of millions. The key thing to remember is that as we externalize our thinking, it becomes less of “I am an expert expounding on what I know” and more of “I am a learner, just like you, sharing what I’m learning so that we can learn together through our common errors and maximize our breakthroughs.” Consider that our understanding of learning is changing. We need to think of learning as an experience that happens when we connect with others.

Und mehr muss ich dazu eigentlich auch nichts sagen.

Eigentlich wollte ich am zehnten Jahrestag eine Art Abrechnung schreiben. Aber erstens habe ich grad Kopfschmerzen und zweitens fand ich es dann auch unpassend über Leute zu schreiben, die mehrseitige Briefe an meine Vorgesetzten schrieben über etwas, was ich hier auf dem Blog veröffentlicht haben, weil sie darin sich und ihre Institution verunglimpft sahen. Die mir im persönlichen Gespräch noch nebenbei mit der Anwaltskiste drohten, was ich erst danach kapierte (Ich habe das mal einem Freund gezeigt, der Rechtsanwalt ist…joviales ernstes Gesicht…) und heute hier in der Edu-Bubble ein großes Wort führen, mich aber immer noch auf Twitter blockiert haben. Aber nun, in der Twitterwelt verwende ich meist dieselben Methoden wie in der realen Welt: Abwenden, gehen, nicht ins Haus lassen. Kotzen geht leider nicht online.

Mittlerweile bekomme ich Anrufe vorgeschalteter Ebenen nur noch in größeren Abständen. Bin aber immer wieder überrascht, dass sie genau dann kommen, wenn ich mir beim Schreiben schon denke, dass es jetzt an der Grenze ist.

Was ich aber letztlich betonen möchte, ist: Es hat mir bisher noch niemand das Bloggen untersagt. Man erinnert mich offensiv und unterschwellig an meine Loyalität in diesen Gesprächen, was nicht nötig ist, aber es ging nie darum, den Blog aufzugeben. Und ich betone: Ich lebe in Bayern und bin bayerischer Beamter! (Einziges Ausrufezeichen hier)

Manchmal aber, so vermute ich, denkt und fürchtet man, dass ich die Absicht habe, ein Buch zu schreiben, wie ein Kollege aus dieser Gegend hier vor einigen Jahren. Da ich mir aber, im Gegensatz zu diesem Kollegen, sehr im Klaren über meine begrenzten literarischen Fähigkeiten bin, besteht hier kaum Gefahr.

Und doch, ja, ich bin nachtragend und ich verzeihe eigentlich eher selten, Bigotterie niemals (das Wort wollte ich schon immer mal verwenden). Ich bin eigenbrötlerisch und pflege einen bitteren Humor, für den ich mich ab und an entschuldigen muss, wenn er die Falschen trifft. Und mit mir verheiratet oder auch nur befreundet zu sein ist sicher nicht immer ganz einfach.

Vielleicht blogge ich deswegen so ausdauernd. Weil ich da über mich schreiben kann, ohne jemandem nahe zu sein.

Aber das klingt jetzt echt bitter.

Jedenfalls gilt hier weiter die Regel: Kein Posting über 1000 Wörter. (Hier: 940).