#derchefweißauchnichtweiter

Stand der Dinge:

  • 958 Tests für SchülerInnen
  • 12587 Tests für LehrerInnen

Die Corona-Test-Strategie im Bild:

Und es kamen erst gestern wieder neue Kisten, weiß, unbeschriftet, kein Begleitbrief. Inhalt: Hunderte von alternativen Tupfern.


Die Impfstrategie bestand aus einem Link, der mir in einer Email zugespielt wurde. Ein Klick eine Anmeldung und drei Tage später hatte ich eine Spritze im Arm, der zweite Termin steht schon fest. Gestern habe ich meine Registrierung in der zentralen Impf-Anmeldungs-Kartei gelöscht, weil da schon Spinnweben dran waren. Zwei Risikofaktoren hatten nichts gebracht.


Gerade erfahre ich, dass beschlossen wurde, dass der Grenzwert für Schulöffnungen auf 165 festgelegt wird. Vorher war es 100. Ich erinnere mich daran, dass der Wert 165 festgelegt wurde, weil es der Durchschnittswert war an dem Tag, als die KMK dies beschließen wollte. Ich kann nicht in Worten beschreiben, die mir keine Anzeige bringen würden, was ich davon halte.


Kennen Sie den hier? – den habe ich mir grad mehrmals angeschaut, um runterzukommen:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/9YRjX3A_8cM

Ich verrate Ihnen auch nicht, dass mir dieses Video ein sehr alter Freund geschickt hat vor ein paar Jahren als ich ihm von den Anfängen meines Schulleiterdaseins erzählt habe. Ein sehr alter Freund, der Psychiater ist.

2021-04-27 #wasmachteigentlichderchef

Fahrrad. Hilft mir. Waldstrecke genommen, Umweg in Kauf genommen. Wald hilft mir auch.

Morgens noch viel Mond über dem Haus.

Erledigte Aufgaben:

  • telefoniert mit KIBBS für Realschulen an der Staatlichen Schulberatung
  • zusammen Plan gezimmert für den Umgang mit dem Todesfall
  • Sortiert mit anderen Mitgliedern der Schulleitung
  • Diszi-Bescheide fertig gestellt und verschickt
  • Bescheide Leistungsprämie Beamte und Angestellte fertig gestellt und versendet
  • Konzeptgespräch iPad-Klasse, kurz, weil überschattet, vertagt auf kommende Woche
  • Gespräch mit Stellvertreter über Ausgabe Leistungsstand und Zwischenzeugnisse
  • Absprachen DELF
  • Besprechung Unterrichtsstunde von letzter Woche
  • Teams-Sitzung Krisenteam
    • Vorgehen
    • Information
    • Trauerarbeit
    • Kondolenz
  • Eltern angerufen und Absprachen bezüglich Beerdigung und Umgang mit SchülerInnen getroffen, informiert über das weitere Vorgehen
  • Kranzbestellung wieder storniert
  • Emails geschrieben
    • an die Eltern der Klasse
    • an die Elternschaft insgesamt
    • an die Gremien der Schule, die Lehrer, die Schulaufsicht
    • KollegInnen über Impfmöglichkeiten informiert

Die Müdigkeit ist eigentlich das Schlimmste. Wieder mal.


Fahrradfahren hilft.

2021-04-26 #wasmachteigentlichderchef

Fahrrad. Auf dem Rückweg den Wald erkundet und geschaut, wie ich durchkomme. Fühlte sich nach großen Umweg an.

Vor dem Turm sind über Nacht vier Kräne aufgetaucht.

Erledigte Aufgaben:

  • auf dem Anrufbeantworter der Schule eine Nachricht: am Tag vorher ist einer unserer Schüler gestorben
  • mit den Eltern telefoniert und erste Absprachen getroffen, in der Schulleitung abgesprochen
  • Personalpflege zur Unterrichtsplanung (UP)
  • Klassen eingerichtet (UP)
  • Personalakten hinterher telefoniert
  • Termin Krisenteam gesetzt für den folgenden Tag

Müde. Ein bisschen geweint.

Sozialkunde leicht gemacht 21 – Im Bundestag

Ich kam erst 10 Minuten vor der Stunde drauf und dann ging es in der Stunde hauptsächlich darum: Eine Bundestagsdebatte.

Ich weiß gar nicht, warum ich das nicht öfter mache. Ich fürchte, dass ich meine SchülerInnen dauernd unterschätze. Im letzten Jahr habe ich im Lockdown etwas zum Thema Gesetzgebung gemacht und dann Auszüge aus der Debatte über ein Organspendegesetz analysieren lassen. Vor einer Woche stand dann das Thema wieder auf dem Stundenplan, diesmal aber zur „Bundesnotbremse“. Und ich hatte Sozialkunde just zu der Zeit, in der die erste Lesung stattfand. Also habe ich es laufen lassen, später dann aus der Mediathek geholt.

Quelle

https://www.bundestag.de/mediathek/ – Bundestagsfernsehen sozusagen.

Bundestagsdebatten zum Ansehen und Nachsehen. Eigentlich richtig klasse. Mit Tagesordnung und Unterlagen zum Nachlesen.

Ich habe folgenden Sitzungstag ausgesucht, 222. Sitzungstag, 16.4.2021:

https://dbtg.tv/fvid/7515421

Mein Umgang damit, das meiste im Gespräch

A) Argumentation

Natürlich ging es in erster Linie darum, die Argumentation der einzelnen Redner nachzuvollziehen und die wesentlichen Argumente herauszuziehen. Abschließend dann zu bewerten. Damit ist man schon ausreichend beschäftigt.

Als wir am Tag und live hineingingen, fielen mit aber noch viele Ebenen mehr ein:

B) Sitzordnung und Aufbau Bundestag

Aus einem Standbild heraus, Kameraperspektive von schräg links hinter dem Bundestagspräsidenten über das gesamte Plenum und vorn raus aus dem großen Fenster, wo die Säulen des Reichstagsgebäudes zu erkennen sind.

Was finde ich?

  • Sitzordnung und Sitzeverteilung im Halbkreis (Grafik dazu ist im Internet schnell gefunden)
  • links und rechts kann man erklären
  • vorn das Stenografenpult, also erkläre ich gleich das mit (irgendwie gibt es eine feine Maus-Sendung dazu – da habe ich mein Wissen her über die BundestagsstenografInnen)
  • Regierungsbank
  • Zuschauertribüne

Wenn ich es erweitern möchte, dann zeige ich noch auf Googlemaps das Regierungsviertel und lasse sie erklären, wo die Bundesorgane sitzen und wo das Bundesverfassungsgericht ist und frage, warum es nicht in Berlin ist.

Ich erkläre dabei vor allem, dass im Plenum (der Versammlung) geredet wird über die Gesetze, deren Erarbeitung aber in den Ausschüssen vorab schon gelaufen ist und weise auf die Abgeordnetenbüros hin mit den halbrunden Türmen der Ausschussräume, die man auf dem Satellitenbild gut erkennen kann. Die SchülerInnen merken aber schnell, dass nicht nur über die Gesetze geredet wird.

Ich war oft genug mit Schulklassen in Berlin und im Reichstag, dass ich mich auf den Karten ordentlich auskenne – und mir jetzt wieder dachte: Ich muss mal wieder nach Berlin. Und wenn ich es nur in den Prater schaffe.

Ich muss nach Berlin.

C) Ablauf der Debatte

Am Tag selbst war der Filmbeitrag in der Mediathek länger, das heißt es wurden auch die Minuten vor Beginn der Debatte übertragen. Und dann konnte ich schnell die Frage stellen: Wer ist die mächtigste Person im Saal? (Merkel?) Dann gongt es, es wird schnell ruhig, man begibt sich zum seinem Platz. Herr Schäuble rollt herein.

Was finden die SchülerInnen?

  • Nach dem Gong rollt Herr Schäuble herein und alle stehen auf, alle, auch Frau Merkel (Wer ist die mächtigste Person?)
  • der Präsident begrüßt alle und erlaubt, dass sie sich setzen (Er begrüßt alle mit „Liebe Kolleginnen und KollegInnen“) ( Mächtigste Person?)
  • er erklärt die Tagesordnung und erwähnt den Ältestenrat
  • er gibt einen Ausblick auf die kommende Woche
  • er erklärt den Ablauf und die Regeln in der folgenden Debatte
  • er erteilt den einzelnen Rednern das Wort

Wer ist also die mächtigste Person?

Im Verlaufe des ersten Beitrags wird er noch einmal aktiv werden. Es gibt Zwischenrufe (was meine SchülerInnen besonders aufmerksam werden lässt – ein Schüler: die sind ja wie die Hooligans im Stadion) (!) während der Merkelrede. Der Präsident unterbricht und fordert auf, sich zu benehmen im Hinblick darauf, welches Bild man doch hier jetzt abgäbe nach außen in dieser ernsten Situation.

Ich meine, dass der Präsident dabei besonders nach rechts schaut.

Man kann mit den SchülerInnen überlegen, welchen Zweck solche Zwischenrufe haben.

D) Auftritte der RednerInnen

Frau Merkel ist die erste: Warum wohl?

Frau Weidel ist die zweite: Warum wohl?

Je nach Lage lassen sich die einzelnen Beiträge über die Argumentationen hinaus analysieren und sich z.B. fragen, welche Schwerpunkte die Redner setzen und warum.

Frau Merkel geht z.B. auf volle Krankenhäuser ein und besonders auf die Ausgangssperre. Erklärt dann genau, dass diese nur ein Bestandteil von mehreren ist.

Bei Frau Weidel fällt manchen SchülerInnen nicht nur der unangenehme Ton auf, sondern auch, dass typische Wahlkampfthemen erwähnt werden, wenn von „Clan-Hochzeiten“ und „Drogendealern“ gesprochen wird (Schüler: Was hat das denn mit Corona zu tun?).

Ich zeige noch Herrn Bartsch von den Linken, der zwischendrin auf Herrn Brinkhaus losgeht und ihm vorwirft, dasss die Union hier alle mit der K-Frage „belästigt“, wo es doch um wichtigere Dinge gehen würde.

Ein Redbeitrag im Bundestag erfüllt auch viele andere Zwecke.

Die Reden beeindrucken die SchülerInnen stellenweise. Vom Auftreten her, von den Argumenten und dem ganzen Ablauf im Bundestag.

Fazit

Das mache ich jetzt öfter. Die Lehrkraft kann an nur 20 Minuten mehr Politik sichtbar machen und Diskussionan anregen als mit jedem Zeitungsausschnitt und Arbeitsblatt. Das meiste habe ich mir spontan während der Stunde zusammengebaut. Arbeitsblätter lagen zwar auf OneNote, aber nun.

Habe neulich den englischen Begriff des „door knob teaching“ gelesen, also das Pendant zur Türschwellendidaktik. Irgendwie beherrsche ich es noch.

2021-04-22 #wasmachteigentlichderchef

Fahrrad. Wird wärmer morgens. Nachmittags sowieso. Rückweg Wald probiert, aber das war alles zu unübersichtlich und umwegig.

Simra-App installiert. Erst gestern davon gelesen.

Heute dieselbe Perspektive ohne Nebel.

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Erledigte Aufgaben:

  • Kontakt Landesamt wegen Verträgen
  • Online Anmeldung überschaut, Anmerkungen versendet
  • Gespräch Sozialpädagoge zum Thema Ganztag
  • Planung Projekt Demokratieerziehung
  • Angefangen die Klassen neu zu erstellen für die Unterrichtsplanung
  • Gespräch Respizienz
  • Sitzung Personalrat
  • Videokonferenz Schulaufsicht

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Coronabeobachtung: Lunten werden kürzer.

2021-04-20 #wasmachteigentlichderchef

Fahrrad. Viel Nebel. Die Brille war schon auf der Abfahrt beschlagen.

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Erledigte Aufgaben:

  • Drei Diszi-Bescheide im Entwurf vorbereitet, der Stellvertreter ergänzt die zweite Hälfte
  • Anmelde-Module auf der Schulhomepage zusammengefasst (muss morgen noch drüber, zu schlampig getippt)
  • Respizienz Deutsch weiter gegeben
  • Meinen Haus-Schulbuchverlag kontaktiert für neue Mitarbeit
  • Telefonate und Gespräche
  • Teams-Sitzung mit Redakteurin
  • KMSe der letzten beiden Tage gesichtet

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Mache seit Beginn April einen erneuten BuJo-Versuch für meine Schulleitungsarbeit hauptsächlich. Habe mir vorgenommen, mich mal zusammenzureißen und das wirklich einen längeren Zeitraum über zu probieren. Stelle jetzt nach drei Wochen fest, dass mir bestimmte Dinge leichter fallen und ich einfacher in einen Workflow komme, wenn ich es nutze.

Aber ich probiere weiter dran herum, bevor ich mich soweit aus dem Fenster lehne und von „Erfahrungen“ schreiben will. Habe das ja schon zwei Mal angefangen und dann dran gegeben.

Der BuJo-Versuch wird begleitet von ein wenig Digital Detox.

2021-04-19 #wasmachteigentlichderchef

Fahrrad. Morgens wenig Regen, auf der Rückfahrt umso mehr. Immer noch besser als Auto. Immer noch erholsamer.


Erledigte Aufgaben:

  • Unterrichtsbesuch, 10. Klasse, Mathematik, 1. Stunde mit Test
  • Klasseneinteilung für die UP
  • Aufgaben 7. Klasse durchgeschaut
  • Grundfragen iPad-Konzept zusammengeschrieben
  • bisschen delegiert
  • Beurteilungen Reffis gesichtet, Korrektur gelesen, in die Post gegeben
  • Gespräch Sozialpädagoge
  • Gespräch neuer Mitarbeiter für OGTS
  • zwei Stunden Unterricht 7. Geschichte: Michelangelo und das neue Menschenbild der Renaissance
  • Disziplinarausschuss
  • mehrere kleine Gespräche
  • Telefonische Absprachen mit dem Wahlamt wegen der Nutzung der Schule für die Bundestagswahlen (Auszählung), Besichtigungstermin vereinbart
  • Dem Stellvertreter, der Sekretärin und Herrn N. immer wieder dabei zugeschaut, wie sie 90 iPads organisiert haben (Respekt!!!)

Zwischendrin: Zeitweiser Ausfall des gesamten Internets im Schulhaus inklusive Telefonanlage.


Ich finde, der rote Strich rückt immer weiter nach rechts.

Die Disziplinarausschusssitzungen zeigen ganz deutlich die Verwerfungen der ganzen Coronasache. Mehr kann man dazu nicht sagen.


Außerdem haben wir ein neues Badge zum Aufhängen heute bekommen. Habe schon geätzt, dass wir das auf den Briefkopf packen können, zu den anderen Badges. Kenne Schulen, die so üppige Briefköpfe haben, dass man den Briefinhalt auf die Rückseite drucken muss.


PS: Ehrlicherweise war eine meiner ersten Änderungen, den Briefkopf zu reduzieren und die Badges zu streichen.


Auf der Heimfahrt beim Anziehen der Regenjacke in einer Unterführung Grüße vom Christkindle gefunden.

2021-04-16 #wasmachteigentlichderchef

Fahrrad. Wie angekündigt. Morgens leichter Schneefall, den ganzen Tag über 5 Grad und weniger.


Erledigte Aufgaben:

  • Unterricht Sozialkunde, Wechsel, 4 Stunden
  • Schulleitungsbesprechung 1,5 Stunden

Dann die Geschichte von der Milchflasche in Käswassser.

Es gibt eine Tour, die ich mir vornehme freitags zu radeln, wenn ich heim fahre. Sie ist nur 5km länger als der direkte Weg, aber eben Abwechslung zum Alltag. Während ich im Normalfall auf dem Heimweg von Westen nach Osten die Stadt Nürnberg durchfahre und dann irgendwann in Richtung Norden abbiege, fahre ich freitags schon in Nürnberg nach Norden, um dann in Richtung Osten abzubiegen.

Heute kommt hinzu, dass ich nach Igensdorf bin, um die Reifen am Fahrrad wechseln zu lassen und ein/zwei kleinere Mängel abzustellen. Am Ende war ich also rund 70km unterwegs gewesen den ganzen Tag über und mir war einfach kalt. 

Käswasser liegt hier in der Nähe unseres Dorfes und ist mir mal aufgefallen auf einer Radtour. Dort gab es nämlich recht viel Direktvermarktung am Straßenrand. Seitdem ich so viel mit dem Rad unterwegs bin, fallen mir diese Dinge erst  auf. Die letzte Möglichkeit ist ein Milch-Haus, wo ich mir neulich mal eine Flasche Milch mitnehmen wollte – aber leider gab es keine Flaschen mehr im Haus, so dass ich leer ausging. Heute wollte ich noch mal dran vorbei, habe mich dann aber für eine andere Strecke entschieden zwischendrin, so dass ich nicht mehr dran vorbeikam. 

Das wirklich Spannende bisher ist immer noch der Wechsel der unterschiedlichen Bereiche der Stadt, bzw. dann aufs Land zu kommen. Ich bin nicht sicher, ob meine Handyfotos vom Fahrrad aus aufgenommen, das widerspiegeln.

Einmal blieb ich stehen in Neunhof, um ein Holzofenbrot und Erdbeeren zu kaufen, später dann in Kalchreuth, um mir zwei hartgekochte gefärbte Eier und eine Dose Göttinger aus einem Automaten zu ziehen. In Igensdorf dann gab es Schokohörnchen und Capuccino. So also war ich dann auch noch recht satt als ich heimkam.

Zur Strecke noch kurz: Wenn ich von meine Schule aufbreche, 

– durchquere ich als erstes den alten Dorfkern von Großreuth, 

– um direkt danach in ein Gewerbegebiet zu gelangen (Sigmund/Leyerstraße). 

– Die Brücke ist eine Fußgängerbrücke über die A73 (Frankenschnellweg) mit Blick auf das Quellegelände und die Bahnstrecke Richtung Fürth. 

– Danach geht es durch eine Reihenhäusersiedlung zur Fürther Straße, die grad umgebaut wird an der Stelle, so dass man Umwege radeln muss

– nur 500m weiter gelangt man nach Schniegling, auch wieder mit altem Dorfkern mitten in der Großstadt

– danach die Ausläufer des Knoblauchlands, der Gemüseanbaugürtel im Norden, Lebensmittelindustrie halt

– am Flughafen vorbei

– alte Dörfer: Höfles (mit alten Industriegebäuden), Buch, Kraftshof, Neunhof

– schließlich in den Sebalder Reichswald

– nach 7km Kalchreuth auf dem Hügel

– diesmal abgebogen in Richtung Oberschöllenbach, Pettensiedl

– schließlich Stöckach, Affalterbach bis Igensdorf

– Heimweg über Eckental und Neunhof (ein anderes) und, mein Favorite-Ortsname, vorbei an Mausgesees


Es war den ganzen Tag kalt, am Ende war ich durchgefroren und fühlte mich grippig. Hunger hatte ich dann abends wirklich keinen mehr. Aber eine Scheibe von dem Holzofenbrot ging doch.


PS: Ja Birgit, ich weiß, dass ich ganz in der Nähe an dir vorbei bin. Irgendwann besuche ich dich da, heute ging es nicht.

Schule-Neunhof

Bild 1 von 21

#wasmachteigentlichderchef 2021-04-15

Auto. Weil halt. Morgen Fahrrad, weil Reifenwechsel, am Fahrrad. Später fahre ich die schon mal vorbei.


Erledigte Aufgaben:

  • gefühlt nix getan, dennoch überraschend, dass ich die zweiten IBU grad einwerfe
  • mal zusammenreißen:
    • Unterrichtsbesuch 1. Stunde, Selbsttest, Mathematik
    • Gespräch über Stunde
    • Rundgang Schulhaus, Räume für den Speaking Test angeschaut, Kollegen angesprochen
    • Anruf aus dem KM
    • Anruf aus der schulischen Vergangenheit
    • versucht schnell eine Serienbriefvorlage für die ASV als Lehrerbestätigung zu erstellen (ging nicht so intuitiv)
    • versucht die Flyervorlagen in Indesign zu öffnen, ging nicht, konnte das Problem nicht lösen
    • Schulleitertagung online
    • zwei Disziplinarausschusssitzungen
    • diverse Gespräche


Eine der wichtigen Sachen, die ich „gelernt“ habe in der Zeit bisher als Schulleiter, ist es, nicht mehr in Panik zu verfallen oder besser gesagt, sie auf Abstand halten zu können.

In den ersten 12-16 Monaten etwa neigte ich oft dazu, nur als Beispiel, morgens zwei Stunden vor dem Wecker aufzuwachen und mich sofort an etwas zu erinnern vom Vortag, bei dem ich versagt oder einen Fehler gemacht hatte, meiner Aufgabe nicht gerecht wurde oder aber einfach ein Dummkopf oder Arschloch war. Und in diese Gedanken fand ich mich ein, zwei Stunden lang und beleuchtete meine klägliche Existenz von allen Seiten.

Heute wache ich zwei Stunden vor dem Wecker auf, gehe pinkeln, leg mich wieder hin und schlafe weiter. (Ja, liebe KollegIn, mit dem Bild im Kopf müssen Sie mir morgen und in Zukunft begegnen.)

Das habe ich nicht wirklich „gelernt“. Aber ich finde heute mehr Abstand und kann die Grübelspiralen unterbrechen. Dies passiert manchmal auch einfach dadurch, dass ich Handlungsalternativen entwickelt habe, die ich in Konflikten und bei Problemen anwenden kann. Ich sehe mich solchen Störungen nicht mehr hilflos oder in meinem Handeln alternativlos gegenüber.

Einer meiner Lieblingsgedanken, mit dem ich dann übrigens an mir arbeite, ist:

Stell dir vor, du würdest mit einem Kind so reden, wie du mit dir selbst redest.

Quelle: Internet

Morgen fahre ich mit dem Rad einen großen Bogen heim und hoffentlich werde ich diesmal eine Flasche Milch bekommen in Käswasser. Das ist nur der Cliffhanger für die Fotos morgen.

#wasmachteigentlichderchef 2021-04-14

Home Office.


Erledigte Aufgaben:

  • Telefonat Schulaufsicht
  • KMS UP gelesen und erarbeitet (uff)
  • neue Dateien angelegt für die Zusammenarbeit in der Schulleitung
  • Flyer für die Schule neu angesetzt
  • Leistungsbesoldung gefeilt
  • Respizienz
  • Homepage bearbeitet für die Schule
  • Briefing geschrieben und versendet

Abends müde. Obwohl nur am Schreibtisch gesessen. So müde, dass ich nicht einschlafen konnte. Fange wieder an, Johanniskraut zu nehmen. Schlaf ist wichtig.

#wasmachteigentlichderchef 2021-04-13

Auto. Weil Schnee. Weil viele Unterlagen.



Erledigte Aufgaben:

  • erste Stunde Selbsttest durchgeführt bei, in und zusammen mit der 10b – negativ
  • Abfragen zur Leistungsbesoldung erledigt, dem Personalrat weitergeleitet
  • Telefonate wegen des Defis
  • Beurteilungen organisiert
  • Flyer der Schule als Datei gesucht (gefunden)
  • Schulhomepage bestückt mit Formularen
  • Respizienz erledigt
  • Gespräch SMV
  • Gespräch Hausmeister
  • Gespräch Pfadfinder, die weiteres Material in ihre neues Lager bei mir im Schulkeller gebracht haben
  • Ablage
  • Briefing für den Folgetag angelegt
  • Rundgang durchs Schulhaus, teilweise mit Hausmeister
  • KMS zur UP (Unterrichtsplanung 2021/22) gekommen, diesmal 60 Seiten

Als ich auf die Pfadfinder in der Aula gewartet habe, bisschen umher gelaufen. Fotos gemacht. Seltsam gefühlt.

Als die Pfadfinder da waren, wurde ich gefragt, wie sich das aktuell so anfühlt. Und irgendwie ja, es fühlt sich ein bisschen an wie in einer Pedale ohne Widerstand zu treten. Endlich fiel mir mal eine gute Metapher ein.

Ich habe 1997 meinen Referendariat angetreten in Erlangen. 22 Jahre lang in dem Trott des Schuljahres unterwegs gewesen. Und plötzlich trete ich ins Leere. Und auch wenn mir das KM ab einer bestimmten Stufe ab und an gehörig auf den Senkel geht, finde ich es manchmal sehr hilfreich, wenn diese anderen Dinge einfach so weiterlaufen, z.B. Beurteilungen (die mich so abturnen wie nur irgendwas) oder eben Unterrichtsplanung. Ich glaube, ich rufe morgen mal unter irgendeinem Vorwand an und gucke, ob meine Sachbearbeiterin Zeit hat.

Hausmeister und ich bedauern am meisten, dass die Mensa geschlossen ist. Und wir nehmen uns vor, wenn sie denn mal wieder offen ist, mit unserem Bezahlchip Party zu machen.

Aras Ören. Berliner Trilogie. Drei Poeme. Verbrecher Verlag.

Sehr stark.

Zum Buch.

Zum Autor

Geklaut von der Seite des Verlags:

»Aras Ören ist es gelungen, die Spannungen zwischen der trüben Umwelt der Naunynstraße und der Erinnerung an die Türkei, die sich mit den Jahren zur Illusion verdichtet, sowie die Illusion vom Leben in Deutschland und die soziale Realität in der Türkei in kräftigen Bildern und Handlungsabläufen wiederzugeben – ein Zeugnis der türkischen Odyssee und mehr, Zeugnis einer Erfahrung, die nicht nur auf die Türkei zurückwirken wird«, schrieb Ingeborg Drewitz 1973 im Tagesspiegel.

#wasmachteigentlichderchef 2021-04-12

Auto. Weil ich über die Stadt musste und beim Kollegen Hygienbeauftragten Material abholen für die Schule. Den Stadtteil wieder gesehen, in dem ich bis vor 13 Jahren selbst gewohnt habe. Außerdem schneite es.

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Erledigte Aufgaben:

  • Erste Stunde: Beiwohnen und Durchführung an eigener Nase der ersten Testrunde in den 10. Klassen in der 10d
  • Danach Beiwohnen beim Referat „Robert Oppenheimer – der Vater der Atombombe“
  • Suche nach dem Dechiffrierschlüssel für die Aufgaben der Englisch-Sprechfertigkeitsprüfung (erfolglos)
  • Mailwechsel/Telefonate mit abwechselnd der Bereitstellerfirma des Defibrillators in der Schule und einer von der Stadt beauftragten Prüffirma solcher Geräte geführt, man kann isch nicht einigen, ob geprüft wird oder nicht
  • Gespräch über ein Projekt Demokratieerziehung in den 9. Klassen unter Schirmherrschaft der Landeszentrale Politische Bildung
  • Zwei Stunden Unterricht 7. Klasse online Geschichte (Von den Kreuzzügen zur Mona Lisa), verspätet angefangen, weil Telefonat mit Schulaufsicht
  • Gespräche, Organisation von/über Testungen heute
  • Gespräch Hausmeister
  • Telefonat und Absprachen betreute Realschule für die Abschlussprüfung
  • kurze Beobachtung der Arbeiten in der Turnhalle
  • Sichtcheck des Defibrillators in der Aula
  • Ablage
  • Anruf Schulaufsicht wegen Dechiffrierschlüssel für die Aufgaben der Englisch-Sprechfertigkeitsprüfung

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Schulstatus:

  • Inzidenz der Stadt Nürnberg: 206
  • Distanzunterricht für Klassen 5-9
  • Wechselunterricht 10. Klasse, heute Gruppe B
  • Anwesende SchülerInnen: ca. 60 / 860

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Eigener Status:

Negativ, wie seit längerer Zeit.

#wasmachteigentlichderchef 2021-04-09

Fahrrad. Kühl, aber nicht kalt.

Gruß geht raus an Arne.

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Erledigte Aufgaben:

  • Schulleitungsrunde per Teams
  • Online-Sitzung mit Hygienebeauftragten
  • Papierkram: Masernschutz, Respizienz, Defibrillator
  • Gespräch Hausmeister, neue Teste sind gekommen
  • Selbsttest ausprobiert, passt schon
  • Elterninfo und Lehrerinfo vorbereiten

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Schon vor den Ferien gemerkt, dass an meiner Brücke im Wald gearbeitet wird. Gearbeitet ist untertrieben, man hat sie jetzt abgerissen. Damit komme ich nicht mehr auf direktem Weg durch den Wald in die Stadt, weil ich nicht über die A3 komme. Suche noch nach einer alternativen Route.

Ich vermisse meine Brücke.

Fahre jetzt heim, durch die Stadt in einem großen Bogen. Bin aktuell sehr überfordert, mental. Nachdenken endet oft in Grübelei. Müde. Resigniert. Innere Erosion.

Neulich mit einem Kollegen telefoniert, der nur halb so lang Schulleiter ist wie ich. Der also quasi Schulleitung nur unter Coronabedingungen kennt. Weiß nicht, ob ich ihn beneiden soll. Oder bedauern? Keine Ahnung.